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Verkehr Für Schwächere Friesoyther Gefährlich Nicht nur an Autos denken

Friesoythe - Seit Anfang März arbeite ich in Friesoythe. Ich bewege mich zu Fuß oder mit dem Auto. Dabei komme ich immer wieder in überraschend gefährliche Situationen. Meistens mit Radfahrern. Überraschend, weil ich gewisse Verkehrsregelungen nicht gewohnt bin. Weder aus meiner Heimat, dem südlichen Münsterland, noch aus dem westlichen Münsterland, wo ich die vergangenen zwölf Jahre gearbeitet habe.

Fehlende Fußwege

Beispiel gefällig? Es gibt hier innerörtliche Hauptverkehrswege, die nur einen Rad- und noch schlimmer nur einen Fußwege haben. Direkt vor der Redaktion an der Straße Am Alten Hafen kann ich beobachten, wie schwierig das für alle ist. Gerade jetzt, da die Moorstraße gesperrt ist und sich aller Durchgangsverkehr durch das Gässchen Sieben Provinzen quetscht.

Außerdem hatte ich eine verstörende Begegnung auf der Straße Grüner Hof. Ich kam mit dem Auto vom Parkplatz der Kita Grüner Hof und bog Richtung Innenstadt ab. Der ältere Herr, der entgegen der Fahrtrichtung Richtung Innenstadt radelte – der würde sich doch wohl bewusst sein, dass er als Geisterfahrer keine Vorfahrt hat... dachte ich. „Sie müssen aufpassen“, rief der Radfahrer empört. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich fuhr zurück und entdeckte: Radfahrer dürfen auf der Straße Grüner Hof auf beiden Radwegen in beide Richtungen fahren – legales Geisterradeln. Unglaublich! Wie gefährlich ist das denn?

Geisterfahren – legal und illegal – erklärt vermutlich auch die Vor- und Unfälle mit Radfahrern am Kreisverkehr Richtung Altenoythe. Ein Kollege, der diesen jeden Morgen passiert, erzählt wilde Geschichten von Autofahrern, die Radfahrer übersehen.

Zeit für eine journalistische Recherche: Das Land Niedersachsen will den Radverkehr zwischen den Kommunen fördern. Das ist ja super. Nur, warum sollten Menschen aus Kleinstädten das Auto stehen lassen, um zum Bäcker oder zur Arbeit in die nächste Gemeinde radeln, wenn der Radverkehr schon vor ihrer Haustür nicht sicher gestaltet ist?

Viele Jahrzehnte sei nur für Autos geplant worden, sagt Michael Bertschik, vom ADFC-Kreisverband Cloppenburg, der 17 Jahre in Friesoythe gewohnt hat. Seine Forderung: „Der Radverkehr muss gleichberechtigt betrachtet werden. Rad und Auto auf einer Straße – das ist am sichersten.“ So müssten sich Radler an die gleichen Regeln halten wie der motorisierte Verkehr. Viele Radfahrer, gerade ältere, würden aus Angst in alle Richtungen auf Fußwegen fahren, egal ob es mit einem blauen Verkehrsschild angeordnet werde, oder nicht.

Aber in Friesoythe hat sich sichtbar schon was getan. Bei der Gestaltung der Innenstadt zum Beispiel: „Friesoythe hat das gut gemacht“, sagt er an der Kreuzung vor der Marienkirche. Bei Tempo 20 müssen alle Rücksicht nehmen.

Bei Planung bedenken

Auf dieses Projekt verweist auch das Friesoyther Bauamt und versichert: „Natürlich wird bei der Planung und dem Ausbau von Straßen auch immer der Radfahrverkehr mit berücksichtigt.“ Ein sehr guter Anfang also.

Und wie geht es weiter? „Gerade bei einer Umgestaltung beziehungsweise bei Ausbauplanungen von vorhandenen Straßen, wie zum Beispiel Grüner Hof, wird natürlich seitens der Stadt Friesoythe explizit auf eine sichere Fahrradverkehrsführung geachtet“, teilt das Bauamt mit. Es bleibt also auch journalistisch spannend im Friesoyther Straßenverkehr.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
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