Friesoythe - Die Kämpfe um Friesoythe im April 1945 haben auf deutscher und kanadischer Seite auch Todesopfer gefordert. Auf kanadischer Seite waren es vier Soldaten. Ein fünfter starb später in einem entfernten Lazarett. Das die vier Kanadier zunächst in Friesoythe begraben wurden, ist hinlänglich bekannt. Unterlagen, die das Informationszentrum des kanadischen Soldatenfriedhofs im niederländischen Holten zur Verfügung gestellt hat, belegen aber, dass noch viel mehr Soldaten der kanadischen Truppen in Friesoythe begraben lagen: Insgesamt 107 Menschen.

Die Gräber der vier in Friesoythe gefallenen Soldaten befanden sich im Vorgarten der Familie Heinrich von Garrel, die damals an der Moorstraße wohnten und über ein großes Grundstück verfügten, das sich in Richtung Ellerbrocker Straße erstreckte. Der Vorgarten war durch eine Hecke zu einem dahinterliegenden Feld abgegrenzt. Und den Angaben aus Holten zufolge befand sich hinter dieser Hecke das Massengrab für 103 Soldaten. Die Grabstelle, die auf Fotos dokumentiert ist, befand sich dort, wo heute an der Ecke Ellerbrocker Straße/Thüler Straße eine Tankstelle steht.

Auf dem Soldatenfriedhof wurden die kanadischen Kameraden vergraben, die bei den Gefechten zwischen Friesoythe und Edewecht ihr Leben lassen mussten. Vor allem die Kämpfe am Küstenkanal in Edewechterdamm forderten viele Opfer. In Friesoythe wurden die Leichen im Garten der Familie von Garrel quasi zwischengelagert. Etwa ein Jahr später, am 8./9. März 1946, wurden die sterblichen Überreste nach Holten überführt. Dort befindet sich ein kanadischer Soldatenfriedhof mit insgesamt 1394 Grabstellen.

Über den Verbleib der in Friesoythe gefallenen deutschen Soldaten (mindestens zwei) ist bislang nichts bekannt. Das liegt vor allem daran, dass zum Ende des Zweiten Weltkrieges die meisten Truppenverbände längst auseinandergerissen waren und sich Soldaten anderen Truppen anschlossen. Unter diesen chaotischen Zuständen war eine Dokumentation der Truppenbewegungen und die Zuordnung der Soldaten äußerst schwierig. Eventuell liegen sie auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Edewecht. Wer Informationen zum Verbleib der in Friesoythe getöteten deutschen Soldaten machen kann, darf sich gerne in der Friesoyther Redaktion melden,   t  04491/99882900.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)