Bösel - Die Gemeinde Bösel hat seit April einen Klimaschutzmanager: Die Arbeit von Carsten Klöpper wird für zwei Jahre gefördert. In dieser Zeit soll er ein Klimaschutzkonzept für Bösel erstellen. Außerdem soll der Oldenburger Anlaufstelle für Kollegen und Bürger sein: „Ich bin der Kümmerer für das Thema“, sagt Klöpper, der Sozialwissenschaft mit den Schwerpunkten Umweltpolitik und Umweltplanung studiert hat. Schon quasi zum Einstand hätten ihm verschiedene Kollegen im Rathaus die Umweltthemen zugeschoben. Sie sollen bei ihm gebündelt werden.
Handlungsfelder
Klimaschutz soll in der Kommune verankert werden, die Verwaltung soll ein Vorbild in Sachen Klimaschutz werden und mit Öffentlichkeitsarbeit sollen alle Gruppen einer Gemeinde beteiligt werden. Das sieht die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums vor. Klöpper wird also parallel arbeiten: Feststellen, wie die Energie- und Treibhausgasbilanz Bösels ist, eine Potenzialanalyse erstellen, Szenarien entwickeln, Ziele zur Treibhausminderung setzen und auch Veranstaltungen für die Böseler anbieten. Als „Handlungsfelder“ hat Bösel für sich die privaten Haushalte, das Beschaffungswesen, erneuerbare Energien, Mobilität, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, gemeindeeigene Liegenschaften, die Anpassung an den Klimawandel, Wärme- und Kältenutzung sowie die IT-Infrastruktur festgelegt. Ausdrücklich sei es erwünscht, dass sich Böseler mit Ideen und eigenen Projekten bei ihm melden, sagt Klöpper.
Schon jetzt sei klar, dass die Gemeinde besonders klimafreundlich gestaltet werden müsse, sagt Klöpper. So müsse bei Bösels Schulgebäuden über energetische Sanierungen nachgedacht werden. Auch müsse der Fuhrpark der Gemeinde auf E-Mobilität umgestellt werden.
Durch das Förderprogramm ist der Zeitplan straff: Innerhalb von 15 bis 18 Monaten soll ein Klimaschutzkonzept stehen, politisch beschlossen und eingereicht werden. Dann soll es an die Umsetzung der ersten Maßnahmen gehen. Eine Verlängerung der Förderung des Klimaschutzmanagers für weitere drei Jahre kann beantragt werden, um die Ideen des Konzeptes auch längerfristig umsetzen zu können.
Praktische Erfolge
Klöpper hat bisher als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Internationale Institut für nachhaltiges Energiemanagement, Politik, Risiko und Soziale Innovationen (INEP) gearbeitet. Dort habe er breit aufgestellte, wissenschaftliche Projekt begleitet. Zum Beispiel ein sogenanntes Win-Win-Projekt, bei dem an vier Modellorten Kirchengemeinden als „Katalysatoren für mehr Nachhaltigkeit“ genutzt wurden. Besonders schön sei es gewesen, dass in Adelebsen bei Göttingen das Dach einer Altenpflegeeinrichtung mit einer PV-Anlage ausgestattet und der Strom zum Laden der E-Autos eines Pflegedienstes verwendet wurde, berichtet Klöpper. Solche praktischen Erfolge erhofft er sich von seiner Arbeit in Bösel auch.
