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NWZonline.de Region Cloppenburg

„Für mehr Selbstverwaltung“

15.05.2013
Frage: Bis 1974 war Gehlenberg eine politisch eigenständige Gemeinde. Wie bewerten Sie rückblickend die zwangsweise Fusion mit der Stadt Friesoythe?
Meyer: Fairerweise muss man sagen, dass es 1974 für Gehlenberg nur zwei Alternativen gab. Entweder man wird Mitgliedsgemeinde in der Samtgemeinde Nordhümmling oder man schließt sich der Einheitsgemeinde Stadt Friesoythe an. In einer Abstimmung hat sich damals eine Mehrheit für Friesoythe entschieden. Heute würde meines Erachtens eine solche Entscheidung anders ausfallen.
Frage: Wünschen Sie sich manchmal die Selbstständigkeit für Gehlenberg zurück?
Meyer: Ich bin Realist genug, um zu wissen, dass es kein Zurück zur Selbstständigkeit geben wird. Dennoch wünsche ich mir natürlich ein Mehr an Selbstverwaltung und Eigenverantwortung für Gehlenberg.
Frage: Welche Vor- und Nachteile sehen Sie heute in der kommunalen Gebietsreform von 1974 für die Ortschaft Gehlenberg?
Meyer: Der Vorteil eines größeren Zusammenschlusses ist sicherlich, dass man finanziell mehr Möglichkeiten hat, komplexe Aufgaben zu erledigen. Der größte Nachteil der Gebietsreform für Gehlenberg war, dass man sich für das Modell der Einheitsgemeinde entschieden hat und damit jegliche Selbstverwaltung aufgegeben hat.
Frage: Wiederholt hat sich die SPD für die Wahl von Ortsräten in den Friesoyther Stadtteilen eingesetzt. Die CDU lehnt das ab. Wie würde Gehlenberg von einem eigenen Ortsrat profitieren können?
Meyer: Ortsräte könnten, wenn sie mit einem entsprechend hohen Budget ausgestattet würden, einen Teil der Selbstverwaltung zurückgeben, was sicherlich zu einer noch höheren Identifikation mit dem Ort führen würde. Vor Ort weiß man am besten, wo der Schuh drückt.
Frage: Im benachbarten Landkreis Emsland sind mit der Gebietsreform Samtgemeinden geschaffen worden, die über einen hohen Grad an Selbstverwaltung verfügen. Wäre das auch ein Modell für Gehlenberg oder die Stadtgemeinde Friesoythe?
Meyer: Ich bin immer ein Fan des Samtgemeindemodells gewesen. Die Entwicklung der Orte im Emsland zeigt, wie erfolgreich sich Orte entwickeln können, wenn sie über eigene Haushaltsmittel verfügen. Eine direkte Übertragung dieses Modells auf Friesoythe ist, wenn überhaupt, nur langfristig möglich. Kurzfristig kann aber das in der neuen Niedersächsischen Gemeindeordnung festgelegte Modell der Ortsräte mit eigenem Budget dem Samtgemeindemodell sehr
nahe kommen.
Frage: Immer wieder wird aus verschiedenen Friesoyther Ortsteilen beklagt, dass der Stadtkern, beispielsweise bei Investitionen, bevorzugt behandelt wird. Sehen Sie das auch so?
Meyer: Zentren neigen immer dazu, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist in Friesoythe nicht anders als in anderen Orten.
Frage: Gehlenberg feiert jetzt das 225-jährige Bestehen. Gibt es so etwas wie einen Herzenswunsch für Gehlenberg?
Meyer: Wir wünschen uns gutes Wetter und viele Besucher, denen wir die Geschichte Gehlenbergs präsentieren können. Alles andere muss politisch diskutiert werden.

Gehlenberg feiert

Gehlenberg feiert das 225-jährige Bestehen. Die Ortschaft gehört seit der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1974 zur Stadt Friesoythe und damit zum Landkreis Cloppenburg. Bis dahin war Gehlenberg eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Emsland.

Das Dorfjubiläum wird vom 7. bis zum 9. Juni 2013 gefeiert. Dazu haben die Straßengemeinschaften zahlreiche Projekte geplant, die auf dem Gelände des Kulturzentrums Mühlenberg umgesetzt werden. Rund um die Erdholländerwindmühle zeigen die Gehlenberger vielfältige Szenen aus dem Dorfleben und der Ortsgeschichte.

Gefeiert wird am Freitag, 7. Juni, ab 19 Uhr mit einem Festakt in der Festhalle auf dem Mühlenberg. Dazu sind alle Bewohner des Ortes und alle Butendörper eingeladen. Für Musik sorgen die Schützenkapelle, der Singekreis und der Männergesangverein. Zum Tanz spielt die Börgerwalder Blaskapelle.

Am Sonntag, 9. Juni, öffnet ab 12 Uhr die große Jubiläums-Ausstellung auf dem Mühlenberg. Das Programm reicht von der Darstellung historischer Arbeitsweisen und dörflichen Brauchtums bis zum Angebot kulinarischer Spezialitäten aus vergangenen Zeiten.

Heinz-Josef Laing Friesoythe / Redaktion Münsterland
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