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NWZonline.de Region Cloppenburg

Funkkontakt mit dem spanischen König

08.06.2017

Garrel „Hier ist Delta Lima five Mike Kilo Golf“, spricht Manfred Kurmann in sein Funkgerät und wartet auf Antwort. Ein Funkpartner lässt nicht lange auf sich warten. Während des Kontaktes werden einige Daten ausgetauscht, etwa der Name, der Ort und technische Dinge. Diese Daten können in eine Karte eingetragen und beim jeweiligen Ortsverband abgegeben werden. Der leitet die Karte weiter an den Funkpartner. Dank eines funkinternen Postsystems erreichen die Karten die Funker. Einige tausend Kontakte kann Manfred Kurmann, der als 17-Jähriger das Funken als sein Hobby entdeckte, durch die Kontaktkarten nachweisen. Darunter auch der spanische König Felipe, zu dem er vor einem Jahr Kontakt hatte. Dass es sich bei seinem Funkpartner um den König handelte, wurde dem Garreler erst nach dem Kontakt klar. Auch für den König gilt: Funker duzen sich.

Am Pfingstwochenende hatte Manfred Kurmann Gäste auf seinem Gelände. Mitglieder des Ortsverbandes „Ammerland I 01“ trafen sich zum „Fieldday“. Ein solches Treffen gibt es einmal im Jahr. Der clubeigene Sendemast wird aufgebaut, technische Geräte werden angeschlossen. Während der „Feldtage“ gibt es viele Funkkontakte. Noch wichtiger ist aber der Austausch untereinander. Man hilft sich bei technischen Schwierigkeiten, tauscht Erfahrungen aus, testet neue Geräte und Antennen, pflegt die Geselligkeit.

„Funkamateure interessieren sich für Technik, sind experimentierfreudig und basteln gerne“, sagte Hermann Wolbergs aus Leer, der interessierte Besucher durch das Lager des „Fielddays“ führte. Funkamateure gibt es in allen Ländern der Welt, in Deutschland sind 80 000 in ihrem Dachverband (DARC) organisiert. Die Mitglieder haben weltweit Kontakte. „Politik, Religion und Sex sind als Themen untersagt“, erklärt Wolbergs. Darum habe man keine Schwierigkeiten, und das Hobby werde auch in totalitären Staaten geduldet.

In einigen Ländern sind Funker gefragte Helfer nach Naturkatastrophen. „Wenn nach Überschwemmungen, Erdbeben oder Sturmschäden das normale Informationsnetz zusammengebrochen ist, schlägt die Stunde der Funker“, sagte der Leeraner. Da man über eine eigene Stromversorgung verfüge, seien Funkkontakte immer möglich und oft lebensrettend für die betroffene Bevölkerung. Die Funkamateure gehören in Deutschland noch nicht zur Kette der Helfer bei Katastrophen. Es gibt entsprechende Überlegungen. Denn die Funker sind noch auf Sendung, wenn alle Telefone und Handys schweigen.

Wer das Funken als Hobby erlernen will, muss sich einer Prüfung unterziehen. Erst wenn die bestanden ist, kann man auf Sendung gehen, gilt es doch zum Beispiel, eine Schädigung von Menschen durch Strahlen auszuschließen und sich auf die reservierten Frequenzen zu beschränken. „Funker helfen sich gegenseitig“, sagt Hermann Wolbergs. Die Hilfe seiner Funkerfreunde hat Manfred Kurmann gern angenommen. Er hat seine alte Antenne gegen eine Neue ausgetauscht. Dabei waren nicht nur Arbeitsbühne und Kran, sondern auch viele Hände gefragt. Der „Fieldday“ war für Manfred Kurmann eine gute Gelegenheit, seine neue Technik zu installieren und gleich auszuprobieren. Jetzt kann er einzelne Funkstationen noch gezielter und genauer anfunken.

„Hier ist DL5MKG, bitte kommen“. Manfred Kurmann ist auf seinen Frequenzen weltweit unterwegs. Vielleicht kann er im Dezember einen Kontakt mit dem Weihnachtsmann am Nordkap herstellen. Das ist Hermann Wolbergs im Dezember letzten Jahres gelungen. Jetzt weiß er: „Den Weihnachtsmann gibt es wirklich!“

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