Garrel/Bissel - Zu einem historischen Nachmittag hatte der Heimatverein Garrel auf das Gelände des Schullandheimes Bissel geladen. Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen und war aufgrund beschränkter Teilnehmerzahl mit 34 Personen komplett ausgebucht.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Vorsitzender Günter Buschenlange besonders Garrels Bürgermeister Thomas Höffmann, den Ehrenbürgermeister Rudi Bley und den Initiator des Dorfentwicklungsprogramms „Beidseits der Lethe“, Peter Möllmann. Sein besonderer Dank galt dem Heimatforscher Dirk Faß, der dann in seinem Vortrag viele interessante Geschichten und Anekdoten über die Letheregion zu erzählen wusste.
Bau ab 1949
So berichtete er, dass der damalige Leiter der Oldenburger Röwekampschule, Karl Peters, 1948 die Idee hatte, ein Schullandheim auf dem ehemaligen Gelände des „Feldflughafens Bissel Nord“ zu gründen. Nach Überwindung vieler Hindernisse begannen im Juli 1949 die ersten Baumaßnahmen auf dem 32 Hektar großen Gelände. Im Sommer 1952 war die Anlage dann fertiggestellt. Heute wird die Anlage von der Schullandheimstiftung getragen, die als gemeinnützige Selbsthilfeeinrichtung besteht. Die Verwaltungsarbeit wird ehrenamtlich geleistet.
Aber auch die Zeit vor 1945 war Thema seines Vortrages. So berichtete er über die Entstehung des Feldflugplatzes, über das geheime „Unternehmen Bodenplatte“ am 1. Januar 1945, als die deutsche Wehrmacht mit etwa 850 Flugzeugen zu einem Angriff auf alliierte Flugplätze startete. Auch die Bisseler Staffel war daran beteiligt.
Bunker besichtigt
Weitere Themen waren die sich in der unmittelbaren Nähe befindlichen Sager Meere, die Lethe, das Heumoor sowie die Entstehung des Blockhauses Ahlhorn, verbunden mit der Geschichte des damaligen Oldenburger Gauleiters Carl Röver, für den im Sommer 1934 am Helenensee ein Blockhaus errichtet worden war. Im Anschluss an den Vortrag wurden die begehbaren Bunkeranlagen auf dem Gelände, bestehend aus Erd- und Luftschutzbunker, besichtigt.
Vorsitzender Buschenlange bedankte sich zum Abschluss ganz besonders beim Referenten Dirk Faß sowie bei allen Heimatfreunden für ihr Interesse. Auch in Zukunft wird das Gebiet beidseits der Lethe auf dem Programm des Garreler Heimatvereins stehen.
