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Energiekosten steigen um über 560.000 Euro Straßenbeleuchtung in Garrel wird angepasst

Die Straßenbeleuchtung entlang der Böseler Straße.

Die Straßenbeleuchtung entlang der Böseler Straße.

Reiner Kramer

Garrel - Kostenexplosionen bei Strom und Gas treffen nicht nur die Bürger hart. Auch die Gemeindeverwaltung in Garrel bekommt die Steigerungen kräftig zu spüren, laufen doch zum Jahresende Verträge aus. Alleine für Gas muss die Gemeinde mehr als 483 000 Euro an Mehrkosten tragen. Insgesamt belastet die Gasrechnung den Gemeindehaushalt im kommenden Jahr mit 644 057 Euro.

Nicht ganz so hoch fallen die Mehrkosten beim Strom aus: 79 270 Euro muss die Gemeinde mehr bezahlen, insgesamt jetzt 230 870 Euro.

Zwischen Januar und Juli 2022 fielen die Kosten um fast 5000 Euro auf 83 170 Euro. Grund: der Wegfall der EEG-Umlage. Im Juli wurden die Stromkosten für das laufende Jahr auf 151 600 Euro hochgerechnet. In kommenden Jahr werden dafür aber 230 900 Euro fällig – eine Steigerung um 52 Prozent. Alle kommunale Gebäude haben einen Verbrauch von 665 329 Kilowattstunden.

4 010 317 kWh

4 010 317 Kilowattstunden Gas werden in den Gebäuden der Gemeinde im Jahr verbraucht. Schon zwischen Januar und September dieses Jahres belasteten Mehrkosten in Höhe von 28 630 Euro den Haushalt. Ab September, die Gasumlage eingerechnet, wurden die Gaskosten für 2022 mit 161 014 Euro hochgerechnet. Und ab dem kommenden Jahr wird es dann richtig teuer mit einer Steigerung um 300 Prozent.

Einsparungen im Verbrauch sollen etwa eine Temperaturregulierung im Rathaus auf 19 Grad oder die Absenkung der Wassertemperatur im Hallenbad um zwei Grad, die bereits in der vergangenen Woche eingeleitet wurde, bringen. Aber auch an der Straßenbeleuchtung will die Gemeinde drehen, informierte Bauamtsleiter Ewald Bley auf der Sitzung des Umwelt-, Wirtschafts- und Digitalisierungsausschusses. Hatte die Straßenbeleuchtung nämlich im vergangenen Jahr noch Kosten in Höhe von 48 744 Euro verursacht (Verbrauch: 191 627 Kilowattstunden), werden sich die Kosten dafür laut Prognosen auf 72 000 Euro erhöhen. Daher sollen die LED-Leuchtpunkte in der Gemeinde um 50 Prozent gedimmt werden. Das geschieht jetzt schon, soll aber früher einsetzen. In Straßenzügen, in denen keine LED-Laternen vorhanden sind, soll jede zweite Laterne ausgestellt werden.

Straßenbeleuchtung

Insgesamt stehen in der Gemeinde rund 2000 Lichtpunkte.

Derzeit leuchten die Laternen an den Durchgangsstraßen wie der Hauptstraße ab Dämmerung (automatisch) bis 23 Uhr mit 100 Prozent, zwischen 23 und 1 Uhr nachts auf 50 Prozent. Morgens werden sie ab 5 Uhr mit 50 Prozent Leuchtkraft (im Ort) eingeschaltet, ab 6 Uhr wird die Leistung auf 100 Prozent gefahren. In Sammelstraßen wie der Bahnhofstraße und Wohnstraßen gilt die Regelung: ab Dämmerung bis 22 Uhr zu 100 Prozent, von 22 bis 24 Uhr zu 50 Prozent. Am Wochenende sind alle dimmbaren LED-Lichtpunkte bis 2 Uhr geschaltet – und zwar von 23 Uhr (Durchgangsstraßen), bzw. 22 Uhr (Sammel- und Wohnstraßen mit 50 Prozent der Leistung). Wo es keine LED-Leuchten gibt, bleiben die Kreuzungen beleuchtet, jede zweite Laterne brennt zwischen 22 und 24 Uhr. Bürgermeister Thomas Höffmann meinte: „Die Frage ist, ob wir am Zeitlimit von 2 Uhr am Wochenende festhalten sollen.“ Zudem solle der Dämmerungsschalter etwas weniger sensibel reagieren.

Weihnachtsbeleuchtung

Nicht gestrichen werden soll laut Meinung der Ausschussmitglieder bei der Weihnachtsbeleuchtung. Rund 130/140 Weihnachtssterne werden in der Vorweihnachtszeit an die Laternen angeschlossen, jeder mit 14 LED-Leuchtmitteln versehen. Da die aber energiesparend betrieben werden, verursachen sie laut Bauamt lediglich Kosten von rund 280/290 Euro. Martin Backhaus (CDU) sprach sich für die Beleuchtung aus: „Ein paar Hundert Euro können wir auch an anderer Stelle sparen.“ Dem konnte Bürgermeister Thomas Höffmann nur zustimmen: „Wir hatten zwei triste Jahre“, plädierte er für ein beleuchtetes Weihnachtsfest. Die Wasserspiele in den Teichen des Dorfparks sollen aber abgestellt werden.

Die Beleuchtung in den Bushaltestellen wird Mehrkosten von etwa 150 Euro verursachen, insgesamt schlägt sie mit 6000 Euro zu Buche. Die elektrisch betriebenen Pumpwerke in der Gemeinde verursachen 15 500 Euro an Mehrkosten und werden sich im nächsten Jahr mit 40 000 Euro im Haushalt finden.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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