Garrel - „Ich kenne niemand anderen, der so voller Ideen steckt. Du hast immer einen Blick für die anderen Menschen und bist die Seele dieser Stiftung.“ Manfred Nienaber (56) sparte nicht mit Lob für seinen Vorgänger im Amt, Hubert Looschen. Looschen (71) war gemeinsam mit dem verstorbenen Norbert Högemann Ideengeber und Treiber der kirchlichen Bürgerstiftung „Lüttke Lüe“ und mit der Gründung im Februar 2008 auch deren Vorsitzender des Kuratoriums. Nun hatte er seinen Rückzug angekündigt.
Schon im Mai hatte das Kuratorium den Garreler Manfred Nienaber, der in der Marienschule in Cloppenburg unterrichtet, zu seinem Nachfolger gewählt. Die Ernennungsurkunde von Weihbischof Wilfried Theising an Nienaber und die Entpflichtungsurkunde für Looschen überreichte am Mittwochabend Pfarrer Paul Horst. Manfred Nienaber, der lange Jahre Vorsitzender der Kolpingfamilie war und als Kommunionhelfer sowie beim BV Garrel engagiert ist, wurde zunächst bis 2023 gewählt.
Stiftungs-Geschäftsführerin Ingrid Nienaber zog bei dieser Gelegenheit Bilanz des Wirkens in den vergangenen Jahren: So seien seit Gründung 406 000 Euro an Spendengeldern eingenommen worden. Gespendet wurde etwa auf Firmen- und Geburtstagsjubiläen oder auf Trauerfeiern. Die Stiftung hat mit der Kalenderaktion oder dem Benefizessen aber auch eigene Aktionen durchgeführt: Rund 54 000 Euro kamen so zusammen. Die Zinsen auf das Stiftungskapital (Gesamt: 260 000 Euro) beliefen sich trotz des niedrigen Zinsniveaus auf insgesamt 48 000 Euro seit Gründung.
Dagegen wurden 125 000 Euro ausgezahlt für soziale Zwecke – zu Beginn rund 3000, nunmehr bis zu 20 000 Euro pro Jahr. „Die werden wir aber dieses Jahr nicht schaffen“, weiß die Geschäftsführerin. Grund ist die Corona-Krise, durch die etwa zahlreiche Klassenfahrten ausgefallen sind. Kinder aus sozial schwachen Familien unterstützt die Bürgerstiftung nicht nur durch Zuschüsse für Klassenfahrten oder bei der Anschaffung von Schultaschen. Auch bei der Bekleidung suchen Erzieherinnen aus den Kindertagesstätten oder Lehrer aus den Schulen der Gemeinde Garrel den kurzen Weg in die Stiftung.
Zuletzt hatte die Bürgerstiftung mit der Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ihr Tätigkeitsfeld erweitert. In drei Fällen konnte die Stiftung bereits Wünsche erfüllen, berichtete Kuratoriumsmitglied Franz-Josef Behrens.
Und zum ersten Mal sei die Stiftung auch als Erbe eingesetzt worden, so Looschen, der dem Kuratorium erhalten bleibt. „Ich bin wahnsinnig glücklich, dass die Stiftung so gut eingeschlagen hat und stolz auf alle Bürger, die uns so unterstützen. Die Stiftung ist im Herzen und im Kopf der Garreler angekommen.“
Pastor Paul Horst dankte dem Kuratorium und dem Vorsitzenden dafür, dass „Ihr der Kirche Euer Gesicht schenkt“. Bürgermeister Thomas Höffmann betonte, die Stiftung sei „eine Bereicherung für die ganze Gemeinde“. Aus einer kleinen Idee sei Beeindruckendes entstanden.
