Garrel - „Das hat mich damals sehr gestört, dass es keine Messdiener gab, und der Priester alles allein machen musste“, sagt Dieter Lorenzl. Als dann noch der frühere Kaplan Ulrich Witte die Idee der „Erwachsenen-Messdiener“ anregte, waren die ersten Messdiener schnell gefunden, die ersten Dienste schnell organisiert. Jetzt feiern die Erwachsenen-Messdiener der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul das zehnjährige Bestehen.
Sieben Frauen dabei
Dieter Lorenzl und Karl Heinz Ziegler waren die ersten Messdiener. Den Dienst übernahmen sie zunächst in der Seniorenmesse am Dienstagmorgen. Der Dienst blieb nicht verborgen, fand Interesse und Zustimmung. Schon bald wurden weitere Interessenten angesprochen. Man habe sich die Kirchgänger angeschaut und schnell seien „Neue“ gefunden worden. Darunter auch Frauen, die im Gegensatz zu den Männern früher den Dienst am Altar nicht übernehmen durften. Heute gehören sieben Frauen und vier Männer zum Team.
Jeden Morgen, wenn um 9 Uhr eine Heilige Messe gefeiert wird, sind zwei aus der Gruppe verlässlich mit dabei. Ist jemand verhindert, findet sich schnell über eine Mitteilungsgruppe Ersatz. Da die jungen Messdiener wegen des Schulbesuchs oft auch am Nachmittag den Dienst nicht übernehmen können, „dienen“ die Erwachsenen auch bei Beerdigungen und Hochzeiten. Pro Monat übernehmen alle etwa fünf Termine.
Verlangt der Dienst nicht eine gewisse körperliche Fitness für das Knien und die Kniebeugen? „Das ist kein Problem“, sagt Günter Dwertmann. Wer keine Kniebeuge machen kann, verneigt sich. Wer nicht knien kann, bleibt stehen.
Abläufe werden erklärt
Auch wer noch nie Messdiener war, ist herzlich willkommen. Vor einem möglichen ersten Einsatz werden die Abläufe erklärt. „Man kann nichts falsch machen“, macht Pfarrer Paul Horst Mut. Die Messdiener übernähmen stellvertretend für die Gläubigen in der Kirche den Dienst.
Die Begeisterung aus Kindertagen hat bei Dieter Lorenzl und Günter Dwertmann bis heute gehalten. Lorenzl hat in seinem Archiv noch Bilder aus Kindertagen, die ihn als Messdiener zeigen. Dwertmann hatte zu Hause sogar einen Altar aufgebaut, an dem geübt wurde.
Gern erinnert er sich auch an seine Dienste in Essen, seinem Geburtsort. Morgens um 6.15 Uhr diente er in der Kapelle des Krankenhauses, um anschließend schnell zum Bahnhof zu laufen, damit er pünktlich in der Schule in Cloppenburg war. „Bei uns sind alle herzlich willkommen, auch wenn sie aus früheren Tagen keine Vorkenntnisse haben“, wirbt Günter Dwertmann darum, sich bei ihm zu melden (
Einmal im Jahr lädt Pfarrer Paul Horst die Erwachsenen-Messdiener ins Pfarrhaus ein. Außerdem werden in Stapelfeld Kurse angeboten, an denen regelmäßig Messdienerinnen und Messdiener aus Garrel teilnehmen.
