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Porträt eines Tausendsassas Rudi Bley: Mit dem „Garreler Weg“ zum Erfolg

Garrel - Mehrere handgeschriebene Seiten kommen zusammen, will man das ehrenamtliche Engagement von Rudi Bley zusammenfassen. Kreismusikverband, Ehrenvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, ehrenamtlicher Verwaltungsrichter, CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender, Kuratoriumsmitglied der VR Stiftung der (früheren) Raiffeisenbank Garrel, Mitglied im Heimatverein, im Schützenverein, bei den Kaninchenzüchtern und im Fischereiverein, Peiterballclub, Kilmerstutenclub, Fanclub der Fußballnationalmannschaft oder Präsident des Partnerschaftskomitees Garrel/Bléré – um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Die Vielzahl an Tätigkeiten für das Gemeinwohl ist ohne ein hohes Maß an Verbundenheit mit seiner Heimatgemeinde Garrel kaum zu erklären. „Es muss aber auch Spaß machen“, sagt der 78-Jährige, der im Garreler Ortsteil Tweel lebt, mit einem Lachen.

Das macht es ihm. Im März 1942 geboren, galt sein Interesse viele Jahrzehnte lang der Politik. 29 Jahre scheute er die politische Auseinandersetzung nicht; davon saß er neun Jahre in Fachausschüssen, war zehn Jahre als zweiter stellvertretender Bürgermeister und zehn als Bürgermeister tätig. Für seine Verdienste wurde Rudi Bley zum Ehrenbürgermeister ernannt. Für ihn galt und gilt bis heute: „Kommunalpolitik wird für den Bürger gestaltet.“ Die Wünsche der Bevölkerung seien entscheidend. Aber: „Nur gemeinsam können Erfolge erzielt werden, denn keiner weiß alleine so viel wie alle zusammen.“

Aus diesem Denken heraus wird der Erfolg der Gemeinde Garrel in den vergangenen Jahrzehnten erklärbar. So entstand der „Garreler Weg“, durch den Radwege entlang der Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen mit Unterstützung der Bevölkerung ermöglicht wurden.

Transparenz wichtig

Von Hinterzimmerpolitik hält Bley wenig, setzt stattdessen auf Transparenz und einen guten Informationsfluss zwischen Bürgern, Rat und Verwaltung. „Bei wichtigen Entscheidungen, auch was die Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten sowie den Ausbau von Straßen betrifft, sollte der Bürger eingebunden werden. Chancen, die hohe Verkehrsbelastung im Ort – die auch im Landkreis-Cloppenburg-Check bemängelt wurde – auf lange Sicht zu reduzieren, sieht Rudi Bley in der Städtebauförderung und in den Ampelanlagen, die errichtet werden sollen. „In unserer Gemeinde soll sich jeder wohlfühlen und stolz auf das Erreichte sein.“

Bauland für Wohnungen und Gewerbe sei entscheidend für die Entwicklung der Gemeinde. Deshalb ist Rudi Bley, der von 1991 bis 2001 ehrenamtlicher Bürgermeister war, auch froh über die Nachricht des amtierenden Bürgermeisters Thomas Höffmann, dass es – neben den Bauerschaften – auch im Kernort wieder Bauland geben werde.

Orte der Begegnung

Mehr als 100 Vereine in der Gemeinde: „Fast alle Einwohner identifizieren sich mit einem oder mehreren Vereinen, Gruppen und Verbänden“, freut sich Bley. Als „Orte der Begegnung“ machten sie ein Stück Lebensqualität aus und hätten einen „ganz besonderen Stellenwert“. „Sie leisten oftmals Arbeiten, die eine Kommune gar nicht erfüllen kann.“

Gemeinderat, Verwaltung und Bürger mit ihren vielen Vereinen ziehen an einem Strang, um gesteckte Ziele zu erreichen – diese Antwort hat Rudi Bley vielen Besuchern während seiner Amtszeit gegeben, die ihn auf den Erfolg der Gemeinde angesprochen hatten.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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