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Garreler spricht über Krankheit Norbert Deeken über seinen Weg aus der Depression

Hubert Looschen
Norbert Deeken (r.) informierte Garrels Männer ü 60 über die Depression. Dr. Clemens Hackstedt bedankte sich bei dem Referenten.

Norbert Deeken (r.) informierte Garrels Männer ü 60 über die Depression. Dr. Clemens Hackstedt bedankte sich bei dem Referenten.

Hubert Looschen

Garrel - Sein Buch „Ein Lebenszeichen, der Weg aus Angst und Depression“ hat er noch unter einem Pseudonym veröffentlicht – Nathan Nodega. Auch in sozialen Netzwerken ist er zu finden (Instagram: @einlebenszeichen_). Das Pseudonym ist Vergangenheit, Norbert Deeken erzählt Interessierten von seiner Krankheit, der Depression. Jetzt war er Gast bei der Gruppe Mann ü 60 im Nikolausdorfer Pfarrheim und fand viele aufmerksame Zuhörer.

Krankheit als Auslöser

Eine Netzhautablösung und damit einhergehend eine fast völlige Blindheit war der Auslöser bis hin zu einem völligen Zusammenbruch mit Tränenausbrüchen und dem Wunsch, das Bett nicht mehr zu verlassen. „Die Depression ist eine schwere Krankheit, bringt enorme Beeinträchtigungen und Folgeerkrankungen mit sich“, musste der Garreler erfahren. Und dann die Kommentare aus seiner persönlichen Umgebung: „Reiß dich zusammen! Du brauchst einen Tritt in den Hintern! Du bist urlaubsreif.“ Doch am Urlaubsort sagt die Krankheit: Ich bin schon da: „Man kann nicht vor ihr weglaufen“, musste Norbert Deeken erfahren. Die Depression sei eine Volkskrankheit, etwa jeder Fünfte betroffen. Erschreckend sei, dass die Zahl erkrankter junger Menschen seit 2019 um 44 Prozent gestiegen ist.

Sich aufopfern, der Beste sein wollen, im Spannungsfeld von „sein und sein wollen“ hat er als mögliche Ursachen erkannt. Aber auch Krisen in der Kindheit und die Genetik nennt er als mögliche Gründe. „Menschen entwickeln negative Trainingsmethoden des Gehirns, das Gehirn schafft Hirngespinste“, erklärt Norbert Deeken. Man dürfe nicht alles glauben, was man denke, so ein weiterer Erklärungsansatz. Seine Sehkraft betrage jetzt 30 Prozent. „Ich muss trotz technischer Hilfen nicht mehr alles sehen können“, hat er gelernt. Man müsse das Loslassen zulassen. Jede Krise könne stärken.

Turnaround geschafft

Fünf Monate hat er in einer psychotherapeutischen Klinik verbracht. Drei Monate habe er bis zum Turnaround gebraucht, ehe er Hilfe bekam und seine Krankheit annehmen konnte. In seinem Buch beschreibt Norbert Deeken den Weg durch die Krankheit und dem Leben mit der Krankheit. Er hat für sich ein „House of life“ entwickelt, ein auf dem Dach stehendes Nikolaushaus. Jeder Startpunkt, jede Linie hat er mit einer Bedeutung versehen. Zu seinem „Lebenshaus“ gehören Beziehung, Beschäftigung, Bewegung, Besinnung und weitere Bedingungen für ein gutes Leben. Das „House of life“ sei für ihn zu einer Glücksformel, einem Glückssymbol geworden.

„Die Krankheit muss enttabuisiert werden. Denn es kann jeden treffen“, sagt Norbert Deeken. Er sagt auch, dass in jeder Krise eine Chance liegt. Die hat der Referent ergriffen, seine Krankheit mit Hilfe und Unterstützung seiner Familie und seines Arbeitgebers besiegt. Davon konnten sich Garrels Männer über 60 dank eines beeindruckenden Vortrages überzeugen.

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