Garrel - „Comeback“ gelungen: So lässt sich die Verleihung des Ehrenamtspreises durch die Gemeinde Garrel zusammenfassen, die am Donnerstagabend nach neun Jahren mit neuem Anstrich im Gasthaus „Zum Schäfer“ gefeiert wurde. Die politische Gemeinde habe sich entschieden, das Format wieder aufleben zu lassen – zu Recht, wie Bürgermeister Thomas Höffmann eingangs betonte. Denn: „Das Ehrenamt ist eine der tragenden Säulen in unserer Gesellschaft und insbesondere auch in Garrel, wo sich viele Vereine und Organisationen für die Allgemeinheit einsetzen.“
Ein Gremium unter der Ausschussvorsitzenden Birgit Werner war gebildet worden, um aus den 13 eingegangenen Vorschlägen die Preisträger auszuwählen. Bürgermeister Höffmann, selbst Mitglied des Auswahlgremiums, umriss: „Uns war klar, das wir die Zahl der Geehrten begrenzen mussten, um auch die Bedeutung der Preisverleihung zu betonen.“ Dabei sei die Entscheidung nicht eben leicht gefallen.
Einstimmig fiel die Wahl auf vier Preisträgerinnen und Preisträger, die seit vielen Jahrzehnten in beeindruckender Weise ein hohes ehrenamtliches Engagement gezeigt hätten: Die Ehrenamtspreisträger 2023 sind Irmgard Rolfes, Christa Dwertmann, Ludger Wiese und Hermann Heyer.
Irmgard Rolfes
Irmgard Rolfes war von Monika Gerhards, Vorsitzende des Landesverbandes des Kreuzbundes, vorgeschlagen worden. Sie leitet seit mehr als zehn Jahren die Kreuzbundgruppe St. Peter und Paul, hat in den Jahren unzählige suchtmittelabhängige Menschen betreut und mit viel persönlichem Einsatz diese Kranken auf ihrem schwierigen und harten Weg zur Abstinenz begleitet und unterstützt – ebenso aber auch die Angehörigen. Sie sei 24/7 für ihre Mitmenschen da. Gerade in der Corona-Zeit ohne persönlichen Kontakt sei ihre Arbeit erheblich erschwert gewesen. In einem Buch habe sie selbst offen über ihre eigene Suchterkrankung geschrieben. „Ich glaube, dass dieser ehrenamtliche Einsatz nicht nur in unseren Reihen des Kreuzbundes Beachtung verdient, sondern auch in der Gemeinde, in der sie so aktiv ist“, argumentierte Monika Gerhards. Eine Einschätzung, die das Entscheidungsgremium geteilt habe.
Christa Dwertmann
Seit 2009 kümmert sich Christa Dwertmann Woche für Woche mit viel Leidenschaft um die Kunden und die Ehrenamtlichen. Ihr sei es zu verdanken, dass die Ausgabe in Garrel so herausragend funktioniere, begründete der Carla-Rat der Tafel Friesoythe seinen Vorschlag. Sie habe ein offenes Ohr für Probleme und Sorgen, sei zuverlässig und für Kunden und Ehrenamtliche ein sicherer Halt. Bürgermeister Thomas Höffmann sprach im Namen der Garreler Bürger und des Rates den Dank aus.
Ludger Wiese
Nicht um sportliche Höchstleistungen und Siege gehe es bei Ludger Wiese. „Wir ehren einen Bürger, der oft im Hintergrund agiert und anpackt“, so Höffmann. Der BV Garrel zitierte aus seinem vielfältigen Engagement für den Verein in der Begründung: Gründungsmitglied der Handballabteilung, von 1977 bis 1988 Abteilungsleiter, 2002 Gründung des Seniorenlauftreffs, maßgebliche Beteiligung an der Errichtung der 400-Meter-Laufbahn vor 15 Jahren, Mitbegründer des Freimarktslaufs, den er seit 18 Jahren mitorganisiert, seit 1968 Mitglied beim BV Garrel. Er gelte als „Geheimwaffe“ der Leichtathletikabteilung, unter deren Leitung Bauprojekte wie die Erweiterung der 400-m-Anlage oder der Fitness-Parcours umgesetzt werden könnten.
Hermann Heyer
Das Engagement von Hermann Heyer ist vielschichtig, zeigt die Aufstellung des Spielmannszugs Kellerhöhe, der den Vorschlag unterbreitet hatte: Gründungsmitglied des Spielmannszugs, seit mehr als 30 Jahren aktives Mitglied, 27 Jahre davon 1. Vorsitzender, jahrzehntelanger Einsatz im Kreismusikverband Cloppenburg, seit 2019 2. Vorsitzender dort, 15 Jahre aktiv im Kirchenausschuss, 15 Jahre Ratsmitglied in Garrel, CDU-Ortsvorsteher in Bürgermoor und aktives Mitglied der Schützenbruderschaft HoKeBü. „Hermann Heyer kennt sein Dorf, und sein Dorf kennt Hermann Heyer!“
