Friesoythe - Wann bekommt Friesoythe endlich die dringend benötigte neue Sporthalle? Eine Frage, die neben der Politik seit Jahren auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt beschäftigt. Doch wie ist der aktuelle Stand? Und wer wartet jetzt gerade eigentlich auf wen? Unsere Redaktion hat nachgefragt.
Zwei Beschlüsse
Grundsätzlich laufen die Planungen auf Grundlage zweier Beschlüsse. Im Juli 2020 hat der Friesoyther Stadtrat beschlossen, dass eine Sporthalle in Kreisträgerschaft auf dem Gelände des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) errichtet werden soll. Mit dem Beschluss erklärte sich die Stadt auch bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.
Der zweite Beschluss kommt aus dem Kreistag von März 2021. „Die Verwaltung wird mit der weiteren Planung zur Errichtung einer Drei-Feld-Sporthalle in Kreisträgerschaft auf dem Grundstück an der Meeschenstraße in Friesoythe beauftragt. Die Finanzierung der Sporthalle soll ausgenommen des Grundstücks zu 2/3 durch den Landkreis und zu 1/3 durch die Stadt Friesoythe erfolgen“, hieß der damalige Beschluss. Alternativ könnte der Landkreis die Halle auch selber bauen und die Stadt bezahlt für die Nutzung. „In der Folge hat die Stadt Friesoythe unter Hinweis auf die ,prekäre Finanzlage’ mitgeteilt, dass die Stadt nicht vor 2023 finanzielle Mittel für eine Sporthalle einplanen kann“, heißt es auf Nachfrage aus dem Kreishaus. Andere Bauprojekte im Landkreis wurden daraufhin vorgezogen. In der Zwischenzeit entschied sich der Landkreis dazu den Bau der Sporthalle in einen Architektenwettbewerb einzubetten, weil nun auch weitere Baumaßnahmen am AMG geplant sind. Die Stadt Friesoythe entschied sich jedoch im Sommer 2023 einen Hallen-Neubau am Aquaferrum zu prüfen.
Mehrere Baumaßnahmen sind auf dem ganzen Gelände des Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) geplant. In einem gesamten Architektenwettbewerb soll ein Neubau mit allgemeinen Unterrichtsräumen entstehen (eventuell mit Alternativneubau von naturwissenschaftlichen Räumen). Eine vorherige Überprüfung des bisherigen Raumprogramms auf der Grundlage des Standardraumprogramms (ursprünglich auf sieben allgemeine Unterrichtsräume) ist dafür erforderlich, heißt es seitens des Landkreises.
Die Cafeteria soll erweitert werde und dafür muss eventuell der Altbau der Schule (Ursprungsgebäude des AMG von 1950) abgerissen werden. Dazu kommen Fassadensanierungen im Bestand und ein Außenanlagenzielkonzept für das gesamte arrondierte Grundstück inklusive der Flächen der neu erworbenen Gewächshäuser. Neben dem Bau einer neuen Sporthalle, der als erstes stattfinden soll, sollen aber auch bauliche Unterhaltungsmaßnahmen vorgenommen werden.
Doch im kommenden Jahr will der Landkreis mit den Planungen beginnen – die Haushaltsmittel sind eingeplant, 2025 soll dann der Architektenwettbewerb stattfinden. Es fehlt aber noch eine Rückmeldung der Stadt bezüglich des Raumbedarfs. „Der Landkreis Cloppenburg hat die Stadt Friesoythe im Oktober 2023 wegen der Raumplanung für den Neubau einer Sporthalle in Friesoythe angeschrieben, um eine verbindliche Abstimmung bezüglich der weiteren Vorgehensweise zum Bau der Sporthalle in Friesoythe zu erreichen“, sagt Kreis-Pressesprecher Frank Beumker. „Um die Planungen endlich voranbringen zu können“, benötige der Landkreis bis zum 31. Dezember dieses Jahres ein Raumprogramm der Stadt Friesoythe, um eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung abzuschließen.
Generell wäre es laut Landkreis auf dem Grundstück auch möglich, eine Vier-Feld-Sporthalle zu bauen, wenn die Stadt Friesoythe einen höheren Bedarf bekannt geben würde, als nur ein Hallendrittel. Da auch der Landkreis zwei Felder benötige, würde eine Dreifeldhalle dann nicht mehr ausreichen. „Es ist generell erforderlich, einen Bebauungsplan für das Grundstück inklusive der neuen Flächenanteile (ehemals Wreesmann) zu erstellen“, so Beumker weiter.
CDU warnt
Der CDU-Stadtverband Friesoythe warnte in einer Mitteilung jetzt davor, eine reine Landkreis-Halle in Friesoythe zu bauen. „Mit Blick auf die unstreitigen Bedarfe der Friesoyther Schulen und Vereine an zusätzlichen Hallenkapazitäten ist eine reine Landkreis-Halle unbedingt zu vermeiden. Eine solche Zweifeld-Halle ginge eindeutig zulasten der Marienschule und unserer Vereine“, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jann Christian Hegewald. Gleichzeitig könne er durch das jahrelange Hin-und-Her jeden verstehen, „der dabei das Vertrauen in die Politik und Verwaltungen verliert“. Der Landkreis und die Stadt hätten jetzt eine „gemeinsame Verantwortung, dieses Problem zu lösen.“
