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Gewerbeflächen in Friesoythe Großes Potential entlang der B72

Direkt an der B72-Abfahrt C-Port: So soll die Anlage von Hy2gen aussehen.

Direkt an der B72-Abfahrt C-Port: So soll die Anlage von Hy2gen aussehen.

Hy2gen AG

Friesoythe - Gewerbeflächen sind in jeder Kommune ein wichtiges Gut, um eine gewerbliche Weiterentwicklung zu gewährleisten. In der Stadt Friesoythe werden diese Areale immer kleiner. Daher ist die Verwaltung ständig auf der Suche nach geeigneten Flächen. Da es nach Angaben der Stadt vorteilhafter sei, bestehende Gewerbeflächen zu erweitern, statt ganz neue Gebiete auszuweisen, werde man sich darauf konzentrieren. Wie die Pläne aussehen könnten und wie der Stand der Entwicklung ist, wurde jetzt von der Friesoyther Stadtverwaltung vorgestellt.

Projekt „Nautilus“

Riesiges Potential sieht die Stadtverwaltung entlang der B 72 zwischen der Abfahrt C-Port und dem Gewerbegebiet Elbestraße in Friesoythe. Auf einer stadteigenen Fläche soll südlich des C-Ports am Wirtschaftsweg „Am Hochmoor“ eine Anlage zur Produktion von Wasserstoff und E-Methanol entstehen. Wie berichtet, wird die Firma Hy2gen aus Wiesbaden rund 130 Millionen Euro in das Projekt „Nautilus“ investieren. Die auf der anderen Straßenseite befindliche Firma Nordfuel wird den benötigten Kohlenstoffdioxid als Nebenprodukt aus der eigenen Biogasanlage liefern.

Der Baubeginn

Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2024 angesetzt, im ersten Quartal 2026 soll die Anlage dann mit der Produktion starten. Die anfängliche Elektrolyseurkapazität ist auf 75 Megawatt angesetzt. Da die Wasserstoffproduktion extrem energieintensiv ist, plant der Netzbetreiber EWE Netz direkt neben der Anlage auf einem etwa ein Hektar großem Grundstück ein eigenes Umspannwerk. Derzeit werde ein Bebauungsplan für das gesamte Vorhaben erarbeitet, teilte Bürgermeister Sven Stratmann mit.

Weitere Entwicklungen

Gleichzeitig könnte man nach Angaben der Stadt an diesem Standort die Gewerbefläche in Richtung Friesoythe weiterentwickeln – und von Friesoythe aus das Gewerbegebiet Elbestraße in Richtung C-Port. Entwicklungsmöglichkeiten sehe man auch südlich der Böseler Straße in Friesoythe, im Bereich nördlich von Pirgo in Altenoythe, im Bereich „Im Alten Haferland“ in Gehlenberg und an der Glaßdorfer Straße in Thüle. Nach Fertigstellung der Entlastungsstraße Münsterlandring sei auch die Fläche zwischen Emsstraße/Pehmertanger Weg und Ortsumgehung durchaus als Gewerbegebiet geeignet, heißt es. Zudem verfüge die Stadt Friesoythe über Gewerbegrundstücke, die derzeit noch zurückgehalten werden, um angrenzenden Betrieben Entwicklungspotentiale bieten zu können.

Viel Privatbesitz

Es gebe in Gewerbegebieten aber auch einen „nicht unerheblichen Teil“ an freien Flächen in Privatbesitz, und das mitunter schon seit Jahrzehnten. Flächen, die laut den Bebauungsplänen als Gewerbegebiete ausgewiesen sind, aber nicht genutzt werden. Auf dieses Brachland hat die Stadt Friesoythe keinen Zugriff. Man stehe mit verschiedenen Eigentümern zwar in Verhandlungen – und dies seit mehreren Jahren –, doch „leider konnten nur vereinzelt Flächen erworben und Bauwilligen zur Verfügung gestellt werden“, heißt es seitens der Stadt.

Daher müsse man bei ausgewiesenen, aber seit Jahren ungenutzten Gewerbeflächen, die die Eigentümer partout nicht verkaufen wollen, überlegen, diese als Gewerbeland aus dem Bebauungsplan herauszunehmen, kündigte Stratmann eine mögliche Konsequenz an.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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