„So soll das neue Barßeler Rathaus aussehen“ (NWZ vom 10. Mai 2019)

Erster Eindruck: Seemannsdorf Barßel konkurriert mit Weltstadt Hamburg. Hatte der Bürger ein Mitspracherecht? Der Entwurfgewinner des neuen Rathauses gehört meiner Meinung nach in eine Großstadt, jedoch nicht in das idyllische Barßel. Glasbautechnisch tritt der Entwurf verhältnismäßig in die Fußstapfen von Elphi mit ihren über 1000 Fenstern.

Klarheit und Transparenz sollten das Bild des neuen Rathauses bestimmen. Mag sein, dass viele Bürger dem zustimmen. Doch haben sich die Planer je Gedanken um die Folgekosten gemacht? Ich bezweifle es. Glasverbauung ab Bodenhöhe. Wahnsinn! Spritzwasser, Blütenstaub, Saharasand. Klimabedingte Verschmutzung. Glasreiniger und Putzkolonnen werden sich die Türklinke in die Hand geben und somit zum festen Folgekosten-Inventar in ungeahnter Höhe der Gemeindeverwaltung gehören. (...)

Wer denkt in den Zeiten des Klimawandels und des Insektensterbens an diese Lebewesen? Bei beleuchteten Fenstern in der dunkleren Jahreszeit kleben die Insekten an den Scheiben. Sie folgen dem Licht, verharren an den Scheiben und sterben. (...) Jede Hausfrau weiß davon ein Lied zu singen. (...)

Die Gemeinde wirbt mit soviel Natur, wie zum Beispiel renaturierten Teichen, Flair und Gemütlichkeit sowie einem idyllischen Hafen mit Leuchtturm. (...)

Wer möchte dann schon gerne im modernen Großstadt-Glashaus sitzen, wenn die Sommersonne direkt in die Büroräume scheint und diese aufheizt. Angestellte müssten daher durch Jalousien vor den Sonnenstrahlen geschützt werden. Also, wofür diese riesigen Fenster?

Jutta Eilebrecht Harkebrügge