Bösel/Altenoythe - Einige Kameraden saßen gerade im Familienkreis beisammen oder räumten die Reste des Osterfeuers auf, als ein Anruf bei den Rettungskräften im Landkreis Cloppenburg für ordentlich Adrenalin sorgte: Eine Passantin aus Friesoythe hatte am Ostermontag im Böseler Ortsteil Overlahe vermeintlich ein taumelndes Flugzeug gesehen, das plötzlich vom Himmel verschwand.
Alarm am Nachmittag
Um 16.50 Uhr sei die Polizeiinspektion Cloppenburg-Vechta benachrichtigt worden, teilt Pressesprecherin Uta-Masami Bley mit. Sofort wurden sämtliche Einsatzkräfte der Region alarmiert, da zunächst wirklich von einem Flugzeugabsturz auszugehen war. Ein Rettungswagen und ein Notarztwagen standen in Alarmbereitschaft, sagt Bley.
„Großbrand – Menschenleben in Gefahr“ lautete die Meldung der Leitstelle an die Freiwillige Feuerwehr Bösel, berichtet Pressesprecher Markus Tholen. Genaueres hätten die Kameraden zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst. Vor Ort schilderte die Anruferin noch einmal ihre Beobachtung und zwischen Klasmannsweg und Küstenkanal, Altenoythe und Overlahe starteten die Feuerwehrleute eine Suchaktion.
Zwischendurch sei die Polizei vor Ort gewesen und habe Passanten befragt, erzählt Tholen.
Drohnen über dem Moor
Mit dem Vehnemoor befindet sich in diesem Bereich ein nur schwer zugängliches Moorgebiet. Daher unterstützte die Drohnenstaffel des Landkreises Cloppenburg mit hochauflösenden Kameras und Wärmebildfunktion die Suche. Parallel dazu sei der Polizeihubschrauber „Phoenix“ aus Hannover eingeflogen worden, um das Gebiet von oben abzusuchen.
Doch an der mutmaßlichen Absturzstelle fanden die Einsatzkräfte kein Flugzeug vor. Auch nach vermissten Segelflugzeugen erkundigte sich die Polizei, berichtet Uta-Masami Bley.
Alle Flugplätze in der Nähe seien befragt worden, sagt Markus Tholen, doch nichts sei von den Radarbildern verschwunden.
Gemeinsam mit seinen Kollegen weitete Tholen die Suche nach Westen in Richtung Pirgo und nach Osten in Richtung Lutzweg aus, wo privat zur Verfügung gestellte Quads zum Einsatz kamen. Nach Rücksprache mit sämtlichen Vereinen und Behörden wurde jedoch festgestellt, dass das vermeintliche Flugzeug nie existiert hat.
Viel Lärm um nichts
„Viel Lärm um nichts“, resümiert Markus Tholen. Gegen 19 Uhr sei der Einsatz schließlich abgebrochen worden. Insgesamt hatten sich rund 50 Personen daran beteiligt, etwa 30 bis 35 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bösel, fünf DRK-Mitarbeiter und neben den Polizeikräften sechs bis acht Feuerwehrleute für den Drohneneinsatz. Zehn Einsatzfahrzeuge unterstützten die Suchaktion.
In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Einsätze wegen großer Modellflugzeuge. Ob dies auch am Ostermontag der Fall war, lässt sich nicht mehr feststellen.
