Bösel/Petersdorf/Garrel - Da ist das Stresslevel der Feuerwehrleute aus Bösel und Garrel einmal ordentlich nach oben gegangen: Am Dienstagabend, um 19.20 Uhr, wurden sie zu einer unangekündigten Alarmübung gerufen. „Containerbrand an Halle“ hießt das Stichwort, mit dem die Feuerwehrleute informiert wurden. Der Container sollte unter Vollbrand stehen, drei Personen auf dem Gelände der Fensterbaufirma Vogelsang in Petersdorf vermisst sein, so die Vorgabe.
Arbeiten unter Stress
Ausgewählt worden sei der Ort für die Übung, weil er fast gleich weit von beiden Feuerwehrhäusern liege, berichtet Markus Tholen, Sprecher der Feuerwehr Bösel. Auch habe die Leitstelle beide Wehren gleichzeitig alarmiert, damit sie gleichzeitig eintreffen. Das Stresslevel sollte so möglichst lange hoch gehalten werden, damit offensichtlich würde, ob die Zusammenarbeit und die Abläufe, wie der Einsatz von Rettungskräften unter Atemschutz oder der Aufbau einer Wasserversorgung klappen. In der Corona-Pandemie sei das gemeinsame Üben mit der Partnerwehr Garrel zu kurz gekommen, berichtet Tholen: „Wir haben auch gleich einige Schwachstellen aufgedeckt, die wir jetzt in Detail aufarbeiten werden.“
Am Einsatzort angekommen, erfuhren die Helfer von einem Schauspieler, der den Anrufer spielte, dass noch mindestens drei Personen vermisst würden. Geplant hatten die Übung die beiden Gemeindebrandmeister Arthur Kaspercyk aus Bösel und Michael Schaub aus Garrel, nicht einmal ihre Stellvertreter hatten vorab davon gewusst. So wurde Kaspercyks Stellvertreter Tobe Koppenberg genauso überrascht, wie die 34 anderen Böseler Feuerwehrleute und die 40 Kameraden aus Garrel. Koppenberg übernahm die Einsatzleitung und konnte dabei die Zusammenarbeit mit dem Team im Einsatzleitwagen testen, dass dem Einsatzleiter zuarbeitet.
Die Wehren teilten sich auf. Während die Böseler mit Teams unter Atemschutz die „verrauchte“ Halle durchsuchten, um zwei Dummys zu „retten“, kümmerten sich die Garreler um den Aufbau der Wasserversorgung und holten eine dritte Person mit einer Leiter von einem Balkon des Firmengebäudes. Zwar habe bei der Übung weniger das Löschen von Bränden im Mittelpunkt gestanden, sondern eher die Zusammenarbeit, der Test der Arbeitsabläufe und die Menschenrettung. Aber gerade in Gewerbegebieten sei die Wasserversorgung immer eine Herausforderung, erläutert Markus Tholen. Die Wasserwerfer der Fahrzeuge seien angeschlossen und auch eingesetzt worden, um zu testen, ob alles funktioniert.
Zuschauer
Als Übungsbeobachter waren die Bürgermeister Hermann Block aus Bösel und Thomas Höffmann aus Garrel sowie die Familie Vogelsang dabei, „auf deren Gelände wir uns ziemlich austoben durften“, wie Tholen berichtet. Nach etwa 90 Minuten war die Übung beendet und es gab eine erste Nachbesprechung direkt auf dem Firmengelände. Nachdem die Fahrzeuge wieder sauber in den Gerätehäusern standen, wurde eine zweite Nachbesprechung mit Grillgut und Getränken am Gerätehaus Garrel abgehalten.
