Elisabethfehn - Wie im ganzen Nordkreis hat es am Dienstag auch in Elisabethfehn viel geregnet. Da die Pause auf dem Schulhof dann nicht ganz so viel Spaß macht, dürfen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Sonnentau ihre freie Zeit im Gebäude verbringen. Doch das müssen die Kleinen aber erstmal wissen. Dafür gibt es in der Schule eine Durchsage, die laut Tradition immer von den Schülern selbst gemacht wird. „Achtung, Achtung! Es folgt eine Durchsage. Es ist Regenpause!“ schallt es durch die ganze Schule. Ein kleines Ritual, das Tom Schülke in den letzten Wochen schon zu schätzen gelernt hat. Seit dem 1. August ist er neuer Leiter der Grundschule Sonnentau.
Zurück in der Heimat
Der 44-Jährige ist damit berufstechnisch zurück in seine Heimatgemeinde gekommen, da er in Lohe aufgewachsen ist. Zuletzt war er an der Grundschule in Filsum im Landkreis Leer tätig. Den Kontakt zur Grundschule Sonnentau hatte er durch die bisherige Schulleiterin Sigrid Lockstädt-Güttler bekommen. „Ich wollte nach den zahlreichen Jahren als Rektorin kürzer treten und bis zur Pensionierung noch als normale Lehrerin in Teilzeit weiter machen. Ich nenne das dann immer Verwöhnlehrerin“, sagt die ehemalige Schulleiterin.
Doch Rektoren sind in der aktuellen niedersächsischen Schullandschaft rar gesät. So musste Lockstädt-Güttler einen Nachfolger selbst in der Hinterhand haben. „Den haben wir dann mit Tom Schülke gefunden und sind sehr froh darüber“, sagt die 62-Jährige. Zurzeit hilft sie dem neuen Schulleiter noch, den ganzen Schulablauf kennenzulernen, da die Landesschulbehörde eine Einarbeitungszeit für Schulleiter nicht vorsieht. „Dafür bin ich Frau Lockstädt-Güttler sehr dankbar. Ich wurde hier sehr herzlich aufgenommen“, so Schülke. Es folgt noch eine Fortbildung für Schulleiter.
Der neue Rektor ist bereits seit 15 Jahren im Schuldienst. Nach seinem Abitur am AMG in Friesoythe, studierte er in Hannover. „Eigentlich wollte ich erst gar kein Lehrer werden. Aber manchmal meint es das Schicksal dann anders“, sagt Schülke. Wie es üblich ist in seiner Familie – seine Mutter war Lehrerin, sein Bruder ist Leiter der Realschule Friesoythe – schlug auch er diese Laufbahn ein. Das Referendariat machte er in Ocholt, war unter anderem in Wittmund und zuletzt in Filsum als Lehrer eingesetzt. Weit zu seiner Schule hat er es auch nicht. „Ich wohne in Nordgeorgsfehn, da braucht man rund 20 Minuten bis nach Elisabethfehn“, sagt der neue Schulchef.
Eine „große Chance“
Besonders auf die Fahnen geschrieben hat sich Schülke, die Digitalisierung in der Schule noch weiter voranzubringen. „Wir sind gerade erst von der Gemeinde und mit Hilfe des Fördervereins mit iPads ausgestattet worden, die im Unterricht sehr vielseitig eingesetzt werden können. Das sehe ich als große Chance“, so Schülke, der Musik, Englisch und Deutsch unterrichtet.
Begeistert ist er vom Team der Schule. „Sie sind alle Feuer und Flamme für den Beruf. Das habe ich gleich am ersten Tag gemerkt“, sagt er. Insgesamt besuchen 110 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung. Dabei werden sie von zehn Lehrkräften und vier pädagogischen Mitarbeitern betreut. Überrascht hat Schülke die tolle Arbeit des Hausmeisters Klaus Adameck. „So ein Engagement kannte ich vorher auch noch nicht“, freut sich der neue Schulleiter.
