Emstek - 166 Euro wird der Quadratmeter im Emsteker Neubaugebiet Hesselnfeld kosten. 159 Euro pro Quadratmeter müssen Häuslebauer in Halen für einen Bauplatz investieren. Die Preise und die Vergabe der Baugrundstücke hat der Emsteker Gemeinderat am Mittwochabend im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung beschlossen. Der Kostentreiber sind in beiden Fällen die Erschließungskosten, erklärte Kämmerer Stefan Niemann am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion.
Kostendeckend
Die Gemeinde arbeitete beim Verkauf kostendeckend. Einen Zuschuss, der den Menschen geholfen hätte, in Höhe von 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter, hätte eine Belastung in Millionenhöhe für die Gemeinde bedeutet. Und das wäre laut Niemann in Anbetracht des Haushaltes nicht möglich gewesen.
Für Hesselnfeld haben sich 225 Bewerber gemeldet, für Grundstücke in Halen interessieren sich Stand jetzt 92 Familien oder Personen. Das ist laut Niemann nur ein Viertel der Menschen, die bisher auf den Bewerberlisten standen. In Emstek werden bis Ende März 50 Interessenten angeschrieben, in Halen werden im ersten Schwung 25 Grundstücke vergeben. Bei Personen, die sich für beide Gebiete interessiert haben, wird die Gemeinde vorher das Gespräch mit den Interessenten suchen, damit sie sich entscheiden.
Mit dem Schreiben der Gemeinde kommt zu den Interessenten auch der Bebauungsplan und ein Aufteilungsplan mit den Grundstücken. „Der ist aber nicht in Stein gemeißelt. Bei den Grundstücksgrößen sind wir offen und können individuell zuschneiden“, erklärt Niemann. Sollten nach Gesprächen mit der Bank beispielsweise nur 600 statt der bisher gewünschten 800 Quadratmeter möglich sein, könne man individuell reagieren. Ein Großteil der Bewerber wünscht sich Grundstücke um die 800 Quadratmeter. Die Interessenten können dann ihre Wunschgrundstücke angeben, dafür haben sich laut Niemann etwa einen Monat Zeit.
Dann wird im Rathaus geschaut, wer nach dem Ranking der Vergaberichtlinien welchen Grundstückswunsch erfüllt bekommt. Etwa 190 der Bewerberinnen und Bewerber für Hesselnfeld habe einen Bezug zur Gemeinde, freut sich Niemann darüber, dass mit der Anpassung der Vergabekriterien das funktioniert hat, was sich die Gemeinde gewünscht hat – nämlich das möglichst viele Emsteker zum Zug kommen. Die Gemeinde hatte im Fragebogen auch die Möglichkeit für Erbpacht und Tiny Häuser ins Spiel gebracht. Bei ersterem würden wahrscheinlich die hiesigen Banken auf die Gemeinde zukommen und nach den ersten Finanzierungsgesprächen Möglichkeiten dafür erörtern. Für das Baugebiet Hesselnfeld hätten sich bisher 15 Personen für Tiny Häuser interessiert. „Das Interesse ist jetzt nicht riesig“, resümiert Niemann.
Der weitere Plan
Ein Kauf der Grundstücke ist im Übrigen schon zeitnah möglich. In Halen könnten die ersten Interessenten frühestens Ende dieses Jahres beginnen. Im Juli oder August sollen laut Bürgermeister Michael Fischer die Erschließungsarbeiten in Hesselnfeld starten. Dort rechnet die Gemeinde frühestens Ende 2024 mit einem Baubeginn. Wie es nach der ersten Runde mit der Vergabe für weitere Grundstücke weitergeht, weiß die Gemeinde noch nicht. Auf welchem Warteplatz die weiteren Interessenten stehen, wird die Gemeinde ihnen dann mitteilen. In Halen stehen immerhin insgesamt 76 Bauplätze zur Verfügung, in Hesselnfeld sind es 160 Einfamilienhaus-Grundstücke und rund 30 für Mehrfamilienhäuser.
