Emstek - Emsteks Bürgermeister Michael Fischer reicht es: „Wir sind mit der Gesamtsituation am Badesee unzufrieden. Jetzt lassen wird den Hammer kreisen. Notfalls mache ich den Badesee zu“, zeigt sich der Rathaus-Chef hörbar verärgert. Grund dafür ist nicht der schlimme Badeunfall, bei dem ein vierjähriger Junge reanimiert werden musste, sondern vielmehr der Verkehr beziehungsweise Parkverkehr rund um den See.

BADEUNFALL IN EMSTEK Vierjähriger Junge treibt leblos auf Halener See

Anna-Lena Sachs Carsten Mensing
Emstek

Die Parksituation war am Wochenende angesichts der vielen Besucher durchaus angespannt. Bei Facebook kursierten zahlreiche Bilder, die die vollen Zuwege belegen. Auch Fischer hat Fotos aus allen Richtung zugespielt bekommen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont.

Am Samstagvormittag, als sich der Badeunfall ereignete, habe es keine Probleme für die Rettungskräfte gegeben, wie Fischer betont. „Dass es da keine Probleme beim Rettungseinsatz gab, hat mir auch die Feuerwehr bestätigt“, sagt der Emsteker Verwaltungschef.

Trotzdem sollen nun einige Maßnahmen getroffen werden, um die Verkehrssituation rund um dem See zu entspannen. Die Abtrassierung mit Signalband an der Haupt- und Baumwegstraße bleibt bis auf weiteres bestehen. Der Erfolg sei am Sonntag festzustellen gewesen.

Die Wege zum Badesee von der Haupt- und der Baumwegstraße werden in der Breite austrassiert, so dass der Begegnungsverkehr auf beiden Zuwegungen möglich ist. Das Parken aber direkt an der Zufahrt soll verhindert werden.

Die Blühwiese am Parkplatz soll gemäht und austrassiert werden, so dass weiterer Parkraum am Badesee zur Verfügung stehen kann. Die vorgesehenen Maßnahmen werden durch „Einweisungs- und Überwachungspersonal“ beaufsichtigt, heißt es aus dem Emsteker Rathaus. Falschparker werden abgeschleppt, teilt Fischer weiter mit.

Geplant ist es, weitere Parkleitschilder aufzustellen. Eine Infografik wird zeitnah online zur Verfügung gestellt. Weiterhin kündigt die Gemeinde verstärkte Kontrollen der Polizei an. „Die Corona-Einheit der Polizei wird in dieser Woche wieder verstärkt Kontrollen – auch am Badesee Halen – durchführen“, so Fischer.

Bezüglich des Wachdienstes der DLRG will sich Fischer nicht einmischen. Zumal der See mittlerweile als öffentliche Badestelle umgewidmet ist, was mit haftungsrechtlichen Fragen zusammenhängt, macht Emsteks Bürgermeister Fischer im Gespräch deutlich. Im Juni wurde aus dem Badesee formal eine Badestelle – ohne Eintritt, Badeaufsicht und Attraktionen im Wasser. Die Beschilderung ist damals angepasst worden. Denn ein eingezäuntes Naturbad – so wie früher – würde an den Öffnungstagen eine Badeaufsicht erforderlich machen. Personell nur schwer umzusetzen, so Fischer. „Wir haben die Regelungen bewusst getroffen, um aus der Verpflichtung raus zu sein“, so der Bürgermeister. Auch er habe gehört, dass die Emsteker Ortsgruppe Unterstützung von anderen Gruppen bekommen könnte. „Ob dann immer eine Badeaufsicht da ist, kann ich nicht verbindlich sagen“, sagt Fischer.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland