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„Heidekrug“ in Petersdorf Nach Feierabend Klönschnack an der Theke

Hans Werner
Der Tresen im

Der Tresen im "Heidekrug" war ein beliebter Treffpunkt in Petersdorf. Hinter der Theke ist Bernd Cloppenburg zu sehen, der Bruder der Wirtin und Inhaberin Gerda Cloppenburg.

Archiv Werner

Petersdorf - Wie die neue Kneipe in Petersdorf heißen sollte, war „Kaisers Gerda“ (Gerda Cloppenburg) schnell klar: „Heidekrug“, in Anspielung an die Boden- und Landschaftsverhältnisse der 1844 gegründeten Kolonie. Gemeinsam mit ihre Eltern errichtete sie Ende der 1950er-Jahre an der Hauptstraße ein neues Wohnhaus mit integrierter Gaststube. Denn zu diesem Zeitpunkt stand nicht nur der Name fest, sondern auch der Wunsch von Gerda Cloppenburg, nach dem 1939 eröffneten „Petersdorfer Krug“ eine zweite Schänke in dem Dorf zu eröffnen.

Nach ihrer Hochzeit mit Heinrich Thoben im Jahr 1960 baute sie die Gastwirtschaft mit viel Leidenschaft auf. Sie verstand es, als waschechte Petersdorferin auf ihre Gäste einzugehen und das Lokal zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt zu formen. Männer vom Torfwerk Wirsing, Arbeiter von den Klattenberg-Kulturen Kartzfehn, Handwerker auf Durchreise oder Bauern aus dem Ort kehrten gern nach getaner Arbeit ein, um ihren Durst zu löschen und bei einem Klönschnack Neuigkeiten auszutauschen.

Viele Wechsel

Ab Mitte der 1960er-Jahre verpachtete sie die Gastwirtschaft an Martha und Georg Vatterodt – einem Ehepaar aus dem Oldenburgischen – blieb aber mit ihrem Mann im Haus wohnen. Das Ehepaar Vatterodt führte die Gastwirtschaft bis zum Jahr 1977, bis zum Tod von Georg im Jahr 1970 zusammen, ab da Martha alleine. Es war nicht nur eine Tagesgaststätte mit regem Publikumsverkehr. Viele Versammlungen und Besprechungen und gesellige Abende fanden dort statt. Die Oldtimer-Freunde trafen sich dort ebenso regelmäßig zu ihrem Stammtisch wie die „Goldene Sieben“.

Der „Heidekrug“ an der Hauptstraße in Petersdorf nach der Renovierung Anfang der1990er-Jahre. Foto: Archiv Werner

Der „Heidekrug“ an der Hauptstraße in Petersdorf nach der Renovierung Anfang der1990er-Jahre. Foto: Archiv Werner

1977 übernahm Ulla von Garrel die Führung der Gaststätte. Bis 1989 stand sie hinter der Theke, zapfte ein gepflegtes Pils, versorgte die Gäste mit Speisen und Getränken und war eine beliebte Gastgeberin. Mittlerweile hatte Ulrike, die Tochter von Gerda und Heinrich Thoben, geheiratet. Sie nahm mit ihrem Mann Theo Emke die Renovierung und Modernisierung der Gastwirtschaft in Angriff und übernahm auch dann persönlich die Führung des Zapfhahns. Sie war eine Wirtin mit Leib und Seele.

1993 war Schluss

Im Jahr 1993 musste sie aus persönlichen Gründen ihre Tätigkeit aufgeben und Gisela Kühne übernahm für kurze Zeit die Leitung der Gaststätte. Danach pachtete Ludger Brinkmann die Gastwirtschaft von 1994 bis zur Jahrtausendwende. Gisela Slawinski überbrückte für kurze Zeit eine bevorstehende Vakanz, bevor Ulrike Emke hinter die Theke zurückkehrte und die Dorfkneipe wieder neu belebte. Für viele Gäste war sie aber nicht nur Wirtin, sondern auch Gesprächspartnerin. Wenn es zuhause oder auf der Arbeit mal nicht so lief, „das habe ich immer gleich gemerkt“, sagt sie.

Im Juli 1993 entschloss sich das Ehepaar Emke, den Gaststättenbetrieb aufzugeben. Spricht man 20 Jahre nach der Schließung des Lokals mit ehemaligen Gästen, schwingt in ihren Aussagen immer noch Wehmut an die „gute, alte Zeit“ mit, die sie im „Heidekrug“ verbringen konnten.

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