Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Heimatbund Oldenburger Münsterland Älteste Namenslisten der Region erstmals richtig veröffentlicht

Stellten das Buch vor (von links): Geschäftsführerin Gisela Lünnemann, Peter Sieve und Dr. Josef Mählmann (Vorsitzender des Familienkunde-Ausschusses).

Stellten das Buch vor (von links): Geschäftsführerin Gisela Lünnemann, Peter Sieve und Dr. Josef Mählmann (Vorsitzender des Familienkunde-Ausschusses).

Gabriele Henneberg

Vechta - Welche heute gebräuchlichen Namen gibt es schon länger in unserer Region? Und wie lange genau? Diese und mehr Fragen zur Namens- und Familienforschung können jetzt ein Stückchen besser beantwortet werden. Denn Peter Sieve hat die Register der so genannten Willkommschatzung von 1498/1499 für eine Veröffentlichung bearbeitet, die der Heimatbund Oldenburger Münsterland gemeinsam mit seinem Familienkunde-Ausschuss als Band 22 seiner „Roten Reihe“ herausbringt. Vorgestellt haben die Verantwortlichen das Buch „Die Register der Willkommschatzung von 1498 und 1499 im Niederstift Münster (Ämter Meppen, Cloppenburg und Vechta)“ jetzt in der Heimatbibliothek Oldenburger Münsterland in Vechta.

Alte Steuerlisten

Bei den Registern handelt es sich um alte Steuerlisten aus den damaligen Ämtern Cloppenburg, Vechta und Meppen. Und die sind so besonders, da es sich um die ältesten erhaltenen flächendeckenden Namenverzeichnisse der Einwohner im Alter über zwölf Jahren des damaligen Niederstifts Münster handelt. Peter Sieve betont: „Für die Landesgeschichte, Topographie, Genealogie und Namenkunde des Emslandes und des Oldenburger Münsterlandes haben diese Quellen unschätzbaren Wert. Viele heute noch vorhandene Familiennamen dieses Raumes sind hier erstmals urkundlich nachweisbar.“

Aber wieso eigentlich Willkommschatzung? Dies war, so Sieve, eine einmalige Steuer als Begrüßung, also „Willkommen“, des neu gewählten Fürstbischofs von Münster, Konrad von Rietberg. Der damalige Landtag des Fürstbistums Münster, bestehend aus Adel und Geistlichen, musste diese Steuererhebung genehmigen, damit der neue Bischof mit diesen Einnahmen seine Ausgaben für die Amtseinführung und die zu zahlenden Abgaben an Kaiser und Papst decken konnte. Erstellt haben die detaillierten Listen damals die Pfarrer vor Ort.

Interessant ist auch, dass die Register jetzt zum ersten Mal zeitlich richtig eingeordnet veröffentlicht werden. Denn Sieve selbst hat schon als 16-Jähriger 1981 die Listen aus Cloppenburg und Vechta als Personenschatzungsregister von 1473 veröffentlicht, da die Originale mit keinem Datum versehen waren und 1473 erwiesenermaßen eine Steuererhebung stattgefunden hat.

In einer Publikation

Die jetzt erfolgte, zeitlich richtige Einordnung der Listen aus Cloppenburg und Vechta konnte Sieve unter Abgleichung mit bei den Kommunen vorhandenen Urkunden und den darin aufgeführten Namen vornehmen. Zum wirklich ersten Mal sind die Listen aus dem Amt Meppen in einer Publikation der Öffentlichkeit zugänglich.

Sehr freut sich der Heimatbund OM, den neuesten Band der „Roten Reihe“ gemeinsam mit Peter Sieve und Dr. Josef Mählmann, dem Vorsitzenden des Familienkundeausschusses im Heimatbund OM, verlegt zu haben. Mit einem kleinen Druckkostenzuschuss hat der Emsländische Heimatbund die Veröffentlichung unterstützt, und das Buch ist in die Reihe der Veröffentlichungen der Historischen Kommission Westfalen als Folge 85 aufgenommen worden.

Erhältlich ist die „Rote Reihe 22“ (ISBN 978-3-941073-36-4) zum Preis von 16 Euro in allen Buchhandlungen und im Internet unter www.buchladen/heimatbund-om.de.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Ein Wahlplakat des sächsischen SPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Matthias Ecke hängt an der Schandauer Straße im Stadtteil Striesen an einem Laternenmast. Der sächsische SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Matthias Ecke, ist beim Plakatieren im Dresdner Stadtteil Striesen angegriffen und schwer verletzt worden. Beim Befestigen von Wahlplakaten am späten Freitagabend schlugen vier Unbekannte auf den 41-Jährigen ein, wie Polizei und Partei am Samstag mitteilten.

SCHUTZ VON POLITIKERN Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen

Dpa
Potsdam
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg
Meinung
Landwirte protestieren am Rande einer Veranstaltung der Grünen. Die Ampel zieht viel Kritik auf sich.

FORDERUNGSKATALOG AUFGESTELLT Darum sind die Landwirte weiterhin wütend auf die Politik

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover