Cloppenburg - Backen, genießen und Gutes tun. „Muffin-Freitag“ heißt eine Aktion der Oberschule Pingel Anton, die seit Ende März läuft. Jeden Freitag werden die Schulpausen genutzt, um von Lehrkräften und Schülern selbst gebackene Muffins zu verkaufen. Der Erlös dieser Aktion kommt der Ukraine sowie Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet zugute. Eine stolze Summe von 800 Euro konnte nun nach zehn „Muffin-Freitagen“ an Maik Günther von „Oldenburg hilft der Ukraine“ überreicht werden.
Die mit viel Phantasie und handwerklichem Können hergestellten und reichlich verzierten Backwaren fanden bei den Schülerinnen und Schülern reißenden Absatz. 50 Cent je Muffin – da holten sich die Jungen und Mädchen auch gerne gleich zwei.
Hilfe gestartet
„Zwei Tage nach der russischen Invasion in der Ukraine haben gute Freunde von mir beschlossen, eine Hilfsaktion für Geflüchtete und Menschen vor Ort auf die Beine zu stellen“, erklärt Lehrerin Mareke Seegers. Der Gedanke ihrer Freunde sei es gewesen, mit Reisebussen an die polnisch-ukrainische Grenze zu fahren, um dort Geflüchteten die Weiterreise nach Deutschland zu erleichtern und sie auf einem sicheren Weg hierher zu begleiten. „Um nicht ’leer’ zur Grenze zu fahren, wurde parallel eine Sachspendenliste veröffentlicht und ein Lager in Oldenburg eröffnet“, weiß Seegers. Grund genug für die engagierte Lehrerin, eine Spendenaktion an der Oberschule Pingel Anton ins Leben zu rufen.
Die Spendenbereitschaft der Schülerschaft war schließlich unterschiedlich groß. Mitte März konnten ein Bulli und ein Kombi, die bis auf den letzten Zentimeter voll beladen waren, von der Oberschule Pingel Anton nach Oldenburg fahren. Für Mareke Seegers hieß es danach „vor der Spendenaktion ist nach der Spendenaktion“, und so stellte sie zusammen mit ihren Kolleginnen Linda Ludmann und Karin Kleinalstede den „Muffin-Freitag“ auf die Beine. Schulleiter Johannes Bockhorst sieht die Spendenaktion und den „Muffin-Freitag“ als beispielhafte Aktionen, auf die die Schule stolz sein kann und mit denen ein weiteres Zeichen für den Frieden gesetzt werde.
Verbände nötig
„Solche Termine wie hier an der Oberschule Pingel Anton sind mir die liebsten“, erklärte Maik Günther bei der Übergabe der 800 Euro. „Hier wird mit Herz an die Sache rangegangen.“ Die Spendenbereitschaft sei in den letzten Wochen leider deutlich zurückgegangen. Neben den Sachspenden konzentriere sich der Verein nun vor allem auf den Einkauf und die Lieferung von Medikamenten und Verbandsmaterial. Insbesondere werden – zum Einkaufspreis – „Quick Clots“ eingekauft und in den Osten der Ukraine geliefert. Diese seien lebensrettend, da sie Blutungen stillen und Zeit verschaffen, um Schwerverletzte in Krankenhäuser zu bringen. „Von den 800 Euro können wir 13 Quick Clots kaufen“, ist Günther sehr dankbar über die Spende.
Während sich in Oldenburg der Schwerpunkt des Vereines zukünftig auf die Betreuung und Unterstützung Geflüchteter vor Ort legt und dieser sich auch gern Geflüchteten aus anderen Regionen der Welt öffnet, wird an der Oberschule Pingel Anton der „Muffin-Freitag“ bis zum Ende des Schuljahres weiter laufen. Im neuen Schuljahr werde das engagierte Team um Mareke Seegers dann mit neuen Ideen und Aktionen für Unterstützung sorgen.
