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Hochwasser im Landkreis Cloppenburg Deich bei Löningen gebrochen – Kreisverwaltung blickt mit Sorge auf Pegelstände

Heiner Elsen
Heiner Elsen Clemens Sperveslage
Großeinsatz im Bereich des Leo-Stiftes durch die Wehren Essen und Bevern und dem THW: Wasser wird in die Hase zurückgepumpt.

Großeinsatz im Bereich des Leo-Stiftes durch die Wehren Essen und Bevern und dem THW: Wasser wird in die Hase zurückgepumpt.

Clemens Sperveslage

Cloppenburg/Löningen/Friesoythe - Die Hochwasser-Lage im Landkreis Cloppenburg hat sich über die Feiertage weiter zugespitzt. Der Schwerpunkt liegt dabei aktuell im Südkreis im Flussgebiet der Hase. Westlich der Stadt Löningen, bei der Bauerschaft Ehren, kam es am 2. Weihnachtsfeiertag zu einem ersten Deichbruch. Auf einer Lägen von zehn Metern ergießt sich Wasser aus der Hase auf angrenzenden Wiesen. Laut Stadtverwaltung sind Menschen oder Siedlung aktuell nicht in Gefahr. Bereits an Heiligabend warnte die Stadt Löningen bereits davor, die Deiche zu betreten oder in der Nähe der Hase Wege zu befahren.

Biotop überschwemmt

Das Biotop im Ortsteil Ahausen der Gemeinde Essen gleicht aktuell einer Seenfläche. Die Aufwallungen sind größtenteils nicht mehr zu sehen, die anliegenden Wiesen überflutet. Durch die Deicherhöhung in den 1980er und 1990er Jahren gibt es für die engere Ortslage noch keine direkte Gefahr der Überflutung. Da ein Pumpwerk am Nadamer Bach in Höhe des Altenpflegeheimes Leo-Stift ausgefallen war, mussten die Einsatzkräfte der Wehren Essen und Bevern, des THW, unterstützt vom gemeindlichen Bauhofes, das aus Richtung Ort kommende Wasser bereits am Montag in die Hase pumpen. „Sonst wären einige Ortsteile gefährdet gewesen“, so Ortsbrandmeister Norbert Rump von der Essener Wehr. „Wir können nur hoffen, dass der Regen nachlässt“, hofft Ortsbrandmeister Otto Tellmann von der Beverner Wehr.

Die Pegelstände an der Soeste, der Hase und an der Thülsfelder Talsperre geben laut Kreisverwaltung Grund zur Sorge und zu Vorbereitungen auf eine Verschärfung der Lage. „Die Entwicklung vieler Faktoren wird über die nächsten Tage weiter genau analysiert“, erklärt Landrat Johann Wimberg. Aktuell sei die Lage unter Kontrolle. Alle möglichen Maßnahmen der Deichsicherung werden ergriffen.

Der Deich der Hase westlich von Löningen ist auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Foto: Stadt Löningen

Der Deich der Hase westlich von Löningen ist auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Foto: Stadt Löningen

Die Kreisverwaltung steht im engen Austausch mit den betroffenen Kommunen und unterstützt bereits mit einer der Kreisfeuerwehreinsatzleitkomponenten, der Drohneneinheit und notwendigem Material. „Wir beobachten die Lage sehr genau und unterstützen die Einsatzkräfte und Verwaltungen der betroffenen Kommunen wo wir können“, betont Landrat Johann Wimberg, der während der Feiertage zusammen mit Kreisrätin Anne Tapken sowie Vertretern des Ordnungs- und des Umweltamtes an einer zentralen Besprechung mit weiteren Vertretern verschiedener Behörden, Hilfsorganisationen und Einrichtungen teilgenommen hat. Es seien bereits etliche Sandsäcke für den Ernstfall befüllt worden. Um hierdurch bereits verbrauchte Bestände wieder aufzufüllen habe die Kreisverwaltung kurzfristig vorsorglich 50.000 Sandsäcke nachgeordert.

5000 Säcke haben am Dienstag vorsorglich die vier Feuerwehren der Stadt Friesoythe auf dem Hof des Fuhrunternehmens Henken in Altenoythe gepackt. „Gerade im Bereich Kampe und Ikenbrügge steht das Wasser schon vor einigen Höfen. Die Säcke können dann auf Zuruf geordert werden, falls es dort noch schlimmer wird“, sagt stellvertretender Stadtbrandmeister Jens Feye. In Kampe sind Lahe und Soeste bereits weit über die Ufer getreten.

In Altenoythe haben rund 60 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Friesoythe 5000 Sandsäcke gepackt.

In Altenoythe haben rund 60 Kameraden der freiwilligen Feuerwehren der Stadt Friesoythe 5000 Sandsäcke gepackt.

Dank an Helfer

„Es sind aktuell viele Menschen im Einsatz, die Sandsäcke befüllen, Keller leer pumpen oder für sonstige Hilfeleistungen bereitstehen, was nicht selbstverständlich ist“, betont Wimberg. Aktuell würden viele Stühle an festlich gedeckten Tischen leer stehen, weil es die Situation erfordere. Der Landrat sprach vor Ort für diesen besonderen Einsatz stellvertretend für den Landkreis Cloppenburg Dank aus. Gleichzeitig bittet der Landrat um Respekt gegenüber den Einsatzkräften. „In dieser besonderen Situation kann nicht immer jedem in seinem persönlichen Sinne geholfen werden. Fest steht, dass aber alle Beteiligten tun, was sie tun können.“

Die Kreisverwaltung bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die entlang von Soeste, Hase oder der Thülsfelder Talsperre leben, aufmerksam zu bleiben und den Anordnungen der Verwaltungen und Einsatzorganisationen Folge zu leisten.

Informationen zur aktuellen Lage könnten unter anderem unter hochwasserzentralen.de oder unter warnung.bund.de.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland
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