Höltinghausen/Bühren - „What a Difference a Day Makes“ heißt ein bekannter Song der US-Sängerin Dinah Washington, in dem es darum geht, wie viel sich im Laufe eines einzigen Tages verändern kann. Gestern noch alles grau und schwermütig, ist einen Tag später alles bunt und fröhlich – in diesem Fall dank einer neuen Romanze. Wie viel sich innerhalb von zehn Monaten verändern kann, und zwar dank Trainings und des Sammelns von Erfahrungen, wollen nun die Kreisliga-Fußballer des SV Höltinghausen zeigen. Sind sie doch vor fast genau zehn Monaten zu Hause im ersten Punktspiel der Saison auf den Emsteker Gemeinderivalen BV Bühren getroffen und mit 0:5 untergegangen. An diesem Samstag (Anpfiff: 16 Uhr) spielen sie im Kreispokalfinale erneut auf eigenem Platz gegen den BVB und hoffen, für eine völlig andere Partie als im August 2021 sorgen zu können – und vielleicht den ersten Herren-Kreispokalsieg der Vereinsgeschichte zu erringen.
Deutlich gesteigert
„Der BV Bühren ist natürlich Favorit, weil er beide Punktspiele gegen uns verdient gewonnen hat“, sagt SVH-Coach Felix Wilken. „Aber wir haben eine junge Mannschaft, die in den letzten Monaten stark gewachsen ist. Unsere Siege im Pokal und im letzten Punktspiel gegen den SV Strücklingen sowie das 0:0 bei Meister SV Petersdorf zeigen, dass wir die Bührener diesmal deutlich mehr fordern können als zu Beginn der Saison. Mal ganz davon abgesehen, dass sich unsere Spieler mit dem Pokal auskennen. Viele von ihnen haben als B-Jugendliche den Bezirkspokal gewonnen.“
Und so will Christian Smitz, Trainer des BV Bühren, auch nichts von einer Favoritenrolle wissen: „Das ist für mich ein Spiel auf Augenhöhe, die Chancen stehen 50:50. Klar, wir sind in dieser Saison Vierter und die Höltinghauser Siebter geworden. Allerdings hat Höltinghausen den Heimvorteil“, sagt der Coach, der auf Florian Thie verzichten muss und noch nicht weiß, ob Jonas Hüsing spielen kann.
Der BV Bühren ist nicht nur Kreispokalsieger von 1985, sondern hat mit Alexander Lukassen auch noch einen Spieler in seinen Reihen, der bereits einmal im Kreispokalfinale stand: 2006 beim 1:5 des BVB gegen den FC Lastrup. In den letzten Wochen feierten die Bührener in Punktspielen fast nur Siege – und im Pokal-Halbfinale sogar einen 5:3-Erfolg bei Bezirksliga-Aufsteiger SV Petersdorf.
Fünf erzielte Tore beim späteren Kreisliga-Meister, der in 30 Punktspielen gerade mal 30 Gegentreffer, mit Abstand die wenigsten aller Kreisligisten Cloppenburgs, hinnehmen musste? Das kommt nicht von ungefähr: Mit 87 Toren kommen die Bührener auf die zweitmeisten Treffer der Kreisliga Cloppenburg hinter den Petersdorfern. Da die Höltinghauser mit 83 Treffern die dritterfolgreichste Torfabrik der Liga stellen, kann sich Wilken gut vorstellen, dass es am Samstag reichlich Buden zu sehen gibt.
Viele Zuschauer
Ob viele Tore fallen, bleibt abzuwarten, sicher scheint dagegen, dass viele Zuschauer im Stadion an der Hauptstraße sein werden. „Wenn das Wetter mitspielt, könnten wir fast in den vierstelligen Bereich kommen“, prognostiziert Wilken, der auf Nils Niemöller (Bänderriss) verzichten muss. „Neben jeder Menge Höltinghauser Fans werden zahlreiche Bührener mit dem Rad kommen, und auch Besucher aus Emstek, Cappeln, Bethen und Emstekerfeld sind zu erwarten.“
Erfolgreiche Schützen
Die werden unter anderem genau hinschauen, wie sich Bührens Jens Sündermann schlägt, hat der doch lange für den SVH gespielt. Die Bührener dürften derweil Höltinghausens Florian Ferneding nicht aus den Augen lassen, schließlich hat der sich mit 29 Treffern die Torjägerkrone der Kreisliga gesichert. Um diese Toranzahl zu übertreffen, müssen die beiden besten Bührener Schützen Torben Evers und Andre Keller (jeweils 16 Treffer) schon zusammenlegen. Da aber auch noch David Hüsing (13) und Marvin Meyer (12) im zweistelligen Trefferbereich sind, ist der BVB schwerer auszurechnen.
Aber vor einem Pokalfinale, das auch noch ein Derby ist, muss man wohl mit allem rechnen. Sicher ist nur, dass der Pokalsieger von 2019, die DJK Elsten, nach zwei Jahren mit Corona-Absagen dann doch mal als amtierender Champion abgelöst wird – und dass der Pokalsieger 2022 aus der Gemeinde Emstek kommt.
