Höltinghausen/Drantum - Die derzeitige Corona-Pandemie lässt den einen oder anderen verzweifeln. Bei ersten Krankheitssymptomen wie Schnupfen, Husten oder Müdigkeit herrscht Unsicherheit, ob es wirklich nur eine Erkältung oder doch eine Infektion mit dem Coronavirus ist. Deshalb sind Tests gefragter als je zuvor.
Und so hat auch das Höltinghauser Labor Anicon die Tests ins Portfolio aufgenommen. „Wir bieten für 70 Euro einen Test auf das Coronavirus an. Der Kunde erhält sein Resultat dann innerhalb von 24 Stunden“, berichtet Dr. Klaus-Peter Behr, Geschäftsführer von Anicon. Für eine Überprüfung am Wochenende müssen Kunden 105 Euro zahlen. Absolute Sicherheit geben die Tests nicht.
Tests für Privatkunden
Der Test läuft so ab: Die Privatkunden können sich im Internet unter www.anicon.eu/de/ einen Probenahme-Satz für 20 Euro bestellen. Diesen bekommen sie dann per Post zugeschickt. Damit wird ein Abstrich der oberen Atemwege gemacht.
Seit einigen Wochen beschäftigt sich das Labor, welches eigentlich auf Veterinärmedizin spezialisiert ist, wegen der aktuellen Pandemie und infizierten Tieren mit dem Coronavirus.
Das übliche Geschäftsfeld beschreibt Dr. Behr so: „Wir entnehmen Proben von Hühnern und Schweinen und entwickeln Impfstoffe.“ Zu den üblichen Kunden gehören Schlachthöfe. Durch das Coronavirus sind jetzt neue Kunden hinzugekommen. „Bei uns fragen auch Krankenhäuser an, ob wir Tests auf das Coronavirus durchführen können“, sagt der Geschäftsführer. Die regulären Tests würden drei bis vier Tage dauern. Die Bezahlung erfolge meistens aus dem eigenen Krankenhaus-Etat.
In der diagnostischen Abteilung von Anicon an der Mühlenstraße in Höltinghausen können bis zu 1000 Proben täglich bearbeitet werden. Die Obergrenze für Covid-19-Proben liegt bei 300. Allerdings sei diese Grenze noch nicht erreicht. „Derzeit liegen wir bei einer niedrigen dreistelligen Zahl an Covid-19-Proben“, so der Geschäftsführer.
Laut des Robert-Koch-Instituts sollte man sich erst testen lassen, wenn erste Symptome vorliegen. „Das ist für mich nicht richtig. Die Inkubationszeit bei dem Coronavirus liegt bei vier bis 14 Tagen“, meint Dr. Behr. Der Ausbruch der Krankheit sei individuell. Je nachdem, wie fit derjenige ist, bricht das Coronavirus aus. Demnach könnte auch jemand vor dem Austritt erster Symptome infiziert sein.
Häufigkeit entscheidend
Hier kommt die Test-Häufigkeit ins Spiel. Weltweit gesehen gibt es große Unterschiede. In Deutschland wird ein Betroffener einmal getestet. „In Südkorea wird häufiger getestet, Betroffene werden vielleicht alle ein bis zwei Tage überprüft“, berichtet Martin Liman, Managing Director von Anicon. Wie lange Corona-Tests zum täglichen Geschäft von Anicon gehören, bleibt abzuwarten. „Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange“, sagt Geschäftsführer Behr.
