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Wegen hoher Energiepreise Holzdiebe schlagen in Löningen zu

Die Nachfrage nach Brennholz ist in diesem Jahr besonders groß.

Die Nachfrage nach Brennholz ist in diesem Jahr besonders groß.

dpa

Cloppenburg - Mehrere Raummeter Holz haben Diebe zwischen Donnerstag, 20. Oktober, und Mittwoch, 2. November, in Löningen an der Straße Zum Jägereck gestohlen. Das Holz war an einem Waldweg aufgestapelt gelagert. Hinweise nimmt die Polizei Löningen (Tel. 05432/803480) entgegen.

Explodierende Preise

Hohe Energiepreise haben Folgen auch für den Holzmarkt: „Holz ist das neue Toilettenpapier“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa Tobias Knupfer, Landesvizechef des Bundes deutscher Forstleute. Ein verknapptes Angebot trifft auf eine gesteigerte Nachfrage, die Folge: explodierende Preise. Da kommt der eine oder andere Langfinger auf die Idee, die Stämme aus dem Wald zu holen, ohne dafür zu bezahlen. In Baden-Württemberg wird Holz mehr und mehr zum Diebesgut, hatte das Landeskriminalamt mitgeteilt.

Wie sieht es in der Region aus? Registrieren die Förster im Forstamt Ahlhorn, das zwischen Friesoythe bis Syke, von Oldenburg bis Diepholz und Löningen rund 15.600 Hektar Landeswald bewirtschaftet, auch mehr Diebe in den hiesigen Wäldern? „Bisher haben wir keine vermehrten Diebstähle festgestellt. Vereinzelt verschwinden zum Beispiel kleinere Mengen Brennholz, aber nicht systematisch und regelmäßig“, teilt Wibeke Schmidt, Regionale Pressesprecherin für die Forstämter Ahlhorn, Ankum, Neuenburg und Nienburg, mit. Auch in den Wäldern im Oldenburger Münsterland sind demnach nicht vermehrt Diebe unterwegs. Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hat nach Angaben von Sprecherin Nadine Luttmann – neben dem neuen Vorfall in Löningen – nur einen weiteren Holzdiebstahl aus August 2022 registriert: Seinerzeit hatten Unbekannte in Emstek an der Dr. Richard-Straße zahlreiche Holzscheite aus einem Schuppen gestohlen.

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Reiner Kramer
Cloppenburg

„Zweimal Holz verloren“

Dass vermehrt Diebe in den Wäldern unterwegs seien, kann auch Hermann Boyer derzeit nicht feststellen. Er ist Revierförster in Cloppenburg. In den rund 40 Jahren, in denen er in dieser Funktion tätig sei, habe er erst „zweimal Holz verloren“, schildert er im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings sei das Angebot an Laubholz in diesem Jahr gering gewesen, seien doch bislang vor allem Sturmschäden aus dem Frühjahr aufgearbeitet worden. Und die betrafen „zu 95 Prozent“ Nadelholz, so Boyer.

Das ist angesichts des geringeren Brennwertes bei Besitzern von Kaminen und Öfen nicht sehr begehrt. Weil Laubholz aber Mangelware ist, würden viele mittlerweile auch auf Nadelholz ausweichen. Anfragen jedenfalls hat der Cloppenburger Revierförster jede Menge, das Telefon stehe nicht still. In den Wintermonaten werde auch wieder vermehrt Laubholz geschlagen.

Ortungsgeräte

Um Holzdiebstähle zu verhindern, setzen die Niedersächsischen Landesforsten zum Beispiel so genannte Tracker, also GPS-Transponder ein. Mit diesen Ortungsgeräten, die in Holzpoltern versteckt werden, kann das Holz verfolgt werden. Käufer sollten ihr Schnitt- oder Brennholz jedoch schnell aus dem Wald abfahren, rät Pressesprecherin Wibeke Schmidt.

Wenn jemand einen Ast als Deko mit nach Hause nimmt, dürfe er das gerne tun, so Schmidt. Aber Totholz in großem Stil zu sammeln, sei nicht erlaubt. „Das Totholz soll im Wald verbleiben, um über seine Zersetzung wieder dem Nährstoffkreislauf des Waldes zugeführt zu werden als Nahrung für die dort wachsenden Bäume.“

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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