Friesoythe - „Es gibt sie wirklich, dann habe ich mich wohl doch geirrt“, rief Dechant Michael Borth mit lauter Stimme durch die schwedischen Wälder, als er einen besonderen Bewohner Skandinaviens erblickte: einen Elch. Bis dahin verneinte der Friesoyther Pfarrer, stets mit einem Schmunzeln, die Existenz der Tiere in Schweden. Doch er hatte viele Zeugen dabei, denn mit 21 Betreuern und 35 Teilnehmern war er Teil der diesjährigen Vamos-Jugendfahrt der katholischen Kirchengemeinde St. Marien.
Am 15. August ist das Vamos-Lager Richtung Schweden aufgebrochen und am darauffolgenden Sonnabend standen die Teilnehmer schon am Ufer des zweitgrößten Sees Schwedens, dem Vätternsee. Im Haus „Munkaskog“ am westlichen Ufer des Sees, rund 20 Kilometer nördlich der schwedischen Stadt Jönköping, schlugen die Friesoyther ihr Lager auf. Und in den folgenden zwei Wochen war die schwedische Natur nicht mehr vor ihnen sicher. Ob beim Wandern, im Kanu oder auf dem Mountainbike – das Stichwort war „Action“, auch wenn das Wetter nichts als Regen versprach.
Für die Teilnehmer war wieder einmal die traditionelle Mehrtagestour ein besonderer Höhepunkt. Am länglichen See Stråken übernachteten Kanufahrer und Mountainbiker zusammen mitten in der schwedischen Natur. Gerade das Essen zwischen Plumpsklo, Bäumen und See machte für die Teilnehmer den besonderen Reiz aus. Am nächsten Tag ging es dann wieder per Boot oder Rad ins Lager zurück. Trotz Regen schauten die Betreuer in fröhliche Teilnehmer-Gesichter.
Am zweiten Sonntag im Lager konnte die Jugendlichen einer ganz besonderen Premiere beiwohnen. Zum ersten mal wurde in der berühmten schwedischen Holzkirche von Habo eine katholische Messe gefeiert, unter der Leitung von Dechant Michael Borth. In der von innen komplett ausgemalten Kirche feierten die „Vamosis“ einen ganz besonderen Gottesdienst – und der schwedische Kirchenführer Daniel Carlsson, der dem deutschen Gottesdienst beiwohnte, war beeindruckt: „Eine solche Disziplin bei einem Gottesdienst kenne ich sonst nicht. Seid stolz auf euch.“
In der zweiten Woche ging es für die Jugendlichen zur Abwechslung dann mal in die Zivilisation, in die zweitgrößte schwedische Stadt Göteborg. Während des Flanierens durch die Hafenstadt ließ sich dann auch endlich die lang ersehnte Sonne blicken. Und auch während der restlichen Tage besserte sich das Wetter, so dass die letzten Outdoor-Aktionen dann auch im trockenen stattfanden.
Zum zweiten Mal übernahmen in diesem Jahr Bernhard Wagner und Heiner Elsen die Leitung der Fahrt. Neben Maike Grothuesmann stand Janina Schubert neu in der Lagerküche hinter den Töpfen. Auch ein bisschen alter Lagerflair kam auf, als die Vamos-Urgesteine Gerd und Roswitha Bolten ihre „Nachfolger“ in Schweden besuchten.
So war es für die daheimgebliebenen Eltern am vergangenen Sonnabend nicht schwer, in die zufriedenen Gesichter ihrer Kinder zu blicken. Und auch Dechant Borth ging mit strahlendem Gesicht zurück in das Pfarrhaus – fast wie ein Elch.
