Bösel - Von Bremerhaven über Dortmund führte sein Weg nach Bösel, wo er nun schon seit fast drei Jahrzehnten lebt. „Bösel ist für mich und meine Familie zur Heimat geworden“, sagt der 54-jährige Frank Linke.
Geboren wurde Linke in Bremerhaven, hier ist er auch aufgewachsen. Seine Eltern stammen aus Schlesien. Nach dem Abitur 1978 zog es ihn nach Dortmund, hier studierte er Chemieingenieurwesen. Hier lernte er in einer Tanzschule seine spätere Ehefrau Heike kennen, die aus Dortmund stammt. Ihre Großeltern stammen aus Ostpreußen. „So haben in der weiteren Generation Schlesien und Ostpreußen zusammengefunden“, schmunzelt er. 1983 wurde in Dortmund geheiratet. „Nach Bösel sind wir über meinen Beruf gekommen“, sagt Linke. Über den Fachvermittlungsdienst für Akademiker ist er auf die Firma Siemens (heute Leonie) in Friesoythe aufmerksam geworden. „Friesoythe kannte ich, dort hatte ich bei einer Autofirma 1976 mein erstes Auto erworben“, erinnert sich Linke.
Seit 1. November 1983 ist er bei Siemens (heute Leonie) in der Entwicklungsabteilung tätig. „Mein damaliger Personalchef, Arthur Kipp, vermittelte uns dann eine Wohnung im Berliner Ring in Bösel.“
In Bösel hat sich die Familie schnell heimisch gefühlt. „Die Vielzahl an Vereinen und Gemeinschaften macht es leicht, sich zu integrieren“, sagt Linke. „Aber man muss auch selber wollen, sich bemühen und nicht warten, bis jemand kommt“, fährt er fort.
Dass auf dem Lande alles etwas anders ist, hat Linke gleich zu Anfang erfahren. „Wir wohnten keine zwei Monate hier, da bin ich schon gefragt worden, ob ich bei einem Trauerfall im näheren Umfeld den Sarg mittragen wolle.“ So eine familiäre Gemeinschaft habe er in der Stadt bis dahin nicht erfahren.
„Bösel ist auch eine überschaubare Gemeinde, in der man schnell Freunde finden kann“, so Linke. Er schätzt das „gut gebündelte“ Freizeitangebot: „Da ist einfach für jeden etwas dabei.“ Das haben er, seine Ehefrau und ihre vier Kinder Simon, Jasmin, Fabian und Corvin schnell erfahren: Alle fühlen sich hier wohl und sind in Musik- und Sportvereinen organisiert.
1990 wurde das Einfamilienhaus am Südkamp gebaut. Hier schätzt die Familie Linke auch die gute Nachbarschaft – viele Feste werden gemeinsam gefeiert.
Frank Linke ist außerdem einer, der sich ehrenamtlich einbringt: Seit 1984 kegelt das Ehepaar im Kegelverein „Pudel-Ex“, Frank führt seitdem die Kasse. Viele Jahre war er Vorsitzender des Bezirks Dorf-Mitte des Böseler Heimatvereins. Sechs Jahre lang war er Schulelternratsvorsitzender der St.-Martin-Schule. Er ist Gründungsmitglied und war Schriftführer des Fördervereins dieser Schule. Seit 1994 engagiert er sich als Kommunionhelfer in der St. Cäcilia-Gemeinde.
2009 hat ihn das „Litauenfieber“ gepackt: Damals ist er in die Kolpingfamilie Bösel eingetreten und hat sich für das Litauenprojekt interessiert. Dann lud ihn Edmund Oltmann ein, einen Hilfstransport nach Miroslavas zu begleiten. Die Reise und die Menschen auf dem Lande in Litauen haben ihn sehr beeindruckt: „Besonders auf dem Land fehlt den jungen Leute die Hoffnung. Wir vermitteln den Menschen dort Hoffnung. Unsere Hilfe wird gerne angenommen“, erklärt er. Die Menschen nehmen die Hilfe gerne an. Einen Wunsch hat Linke in diesem Zusammenhang. „Wir suchen dringend eine Stellfläche für fertig gepackte Kartons“. Das würde den Helfer die Arbeit sehr erleichtern.
Bereits vier Mal war er in Litauen. Im Litauenausschuss ist er im Vorstand für alle formalen Dinge und die Konservation zuständig.
Und weitere Hobbys pflegt der zugezogene Böseler. Er spielt gerne Badminton bei der DJK Bösel. Ansonsten beschäftigt er sich auch mit Mundarten und Dialekten aus Schlesien und Ostpreußen.
