Garrel - In Deutschland sind etwa 1,4 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, wobei die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form darstellt. Diese Krankheit, bei der das Gehirn abbaut, stellt nicht nur eine große Herausforderung für die Betroffenen dar, sondern auch für ihre Angehörigen, die oft zu Pflegepersonen werden. Aus diesem Grund versammelten sich 120 Interessierte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Demenz, organisiert von der Caritas-Sozialstation Garrel-Bösel im Gasthaus „Zum Schäfer“.
„Verlust“
Petra Schumacher, Organisatorin der Veranstaltung, betonte die Bedeutung, das Bewusstsein für diese Erkrankung zu schärfen. „Unser Thema ist anstrengend, aber auch sehr wichtig“, erklärte sie und freute sich über ein volles ausverkauftes Haus.
Die Veranstaltung begann mit einem Vortrag der zertifizierten Validationslehrerin Cecilia Feldkamp, der sich mit den veränderten Verhaltensweisen der Betroffenen und dem Umgang damit befasste. „Demenz ist ein Verlust auf allen Ebenen“, erklärte Feldkamp. „Was bleibt, ist die Vergangenheit, denn wir sind unsere Vergangenheit!“ Wenn die kognitiven Fähigkeiten schwächer würden, gehe man zurück und es komme zum Tragen, was man auf seinem Weg liegen gelassen habe: „Alte Erlebnisse aus dem Brunnen des Vergessens tauchen wieder auf.“
Das Publikum erfuhr, dass Geduld und Einfühlungsvermögen in die Welt desorientierter Menschen von entscheidender Bedeutung sind und Demenz wie ein Seismograf ist, der die tieferen Emotionen spürbar macht. „Wenn das Gedächtnis schwächer wird, werden die Gefühle und Emotionen stärker“, so Feldkamp. „Lassen Sie ihnen ihr Tempo“, gab sie als Tipp. „Hören Sie, was der Desorientierte sagt, auch wenn es immer wieder dasselbe ist, denn dann fühlt er sich verstanden und geborgen.“
Theaterstück berührt
Im Anschluss berührte das Theaterstück „Du bist meine Mutter“ die Teilnehmer. Absolute Stille herrschte dabei. „Eine anspruchsvolle Darbietung, tief bewegend, beklemmend, doch auch ergreifend!“ Das waren die Kommentare zu dem Ein-Personen-Stück, gespielt von Achim Conrad unter der Regie von Bernd Sass. Bereits 1981 verfasste der holländische Schauspieler Joop Admiraal das autobiografische, mehrfach preisgekrönte Theaterstück, in dem er sich mit der Alzheimer-Erkrankung seiner 80-jährigen Mutter auseinandersetzt.
Der Austausch mit Schauspieler Achim Conrad, Validationslehrerin Cecilia Feldkamp, Mitarbeitern der Caritas-Sozialstation und Interessierten verdeutlichte die Relevanz des Themas.
