Friesoythe - Trotz winterlicher Kälte blickt Alexander Senk frohen Gemüts über den Franziskusplatz hinweg auf die St.-Marien-Kirche in Friesoythe. Diese ist seit gut zwei Wochen seine neue Wirkungsstätte, denn der Theologiestudent aus Münster absolviert ein Praktikum in der Pfarrei Friesoythe. Ziel des 24-Jährigen ist es, Priester zu werden. Und diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr: „Ich hatte das Glück, in einer sehr lebendigen und gläubigen Gemeinde aufzuwachsen. So war der Bezug zur Kirche schon sehr früh da“, berichtet der angehende Priester von seiner Heimatgemeinde in Coesfeld. Dort sei er nicht nur als Messdiener, sondern auch als Organist und Mitglied diverser Chöre tätig gewesen.
Nach dem Fachabitur im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen habe sich Senk zunächst für das Studium der Sozialen Arbeit entschieden, das ein Praxissemester in Irland beinhaltete. Drei Jahre später und mit dem Studiumsabschluss in der Tasche, begab sich der angehende Priester wieder nach Irland, um für drei Monate in der Wohnungslosenhilfe zu arbeiten. Dort habe er immer wieder für sich feststellen können, dass die soziale Arbeit eine sehr schöne und wichtige, vor allem aber unersetzliche sei. „Allerdings merkte ich durch meine Arbeit in der Wohnungslosenhilfe in Irland auch, dass die Fragen der Menschen tiefgründiger sind, als mir bisher bewusst war und ich diesen mehr nachgehen wollte“, erinnert sich Senk. Das sei der Auslöser für das Theologiestudium gewesen.
Der Gedanke, Priester zu werden, sei zwar schon lange präsent gewesen, aber die endgültige Entscheidung habe er erst während des Theologiestudiums gefällt. „Dieser Schritt hat sich sehr groß angefühlt“, sagt der 24-Jährige, der sich mittlerweile im fünften Semester befindet. Trotzdem könne er ruhigen Gewissens sagen, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei.
Noch knapp zwei Wochen wird der Priesteranwärter in Friesoythe verbringen. Obwohl er sich seine Praktikumsstelle nicht habe aussuchen können, sei er äußerst froh darüber, in die Friesoyther Pfarrgemeinde geschickt worden zu sein: „Dieses ,Moin’, was so typisch für die Gegend hier ist und mit dem mich die Leute jeden Tag freundlich begrüßen, ist mir schon sehr sympathisch“, lacht Senk.
