Cloppenburg - „Wenn wir ihn nicht hätten, wären die Probleme viel größer“. Dietmar Ruhe, Fachbereichsleiter der Stadt Cloppenburg, ist sich sicher, dass die Arbeit von Streetworker Wladimir Sterlikow maßgeblich zur Verbesserung der Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Cloppenburg beiträgt. Sein Tätigkeitsbericht wurde jetzt im Ausschuss für Kultur, Sport, Familie und Soziales vorgetragen.
Ausbildung vermittelt
So haben dank der Hilfe des Streetworkers, der vor allem abends und nachts an den Brennpunkten der Stadt unterwegs ist, in diesem Sommer sieben Jugendliche eine Ausbildungsstelle in der Tasche. „Ob sie die antreten und auch durchziehen, liegt in ihrer Verantwortung. Ohne Herrn Sterlikow hätten sie diese Chance aber sicher nicht“, erklärte Ruhe.
Der Streetworker ist in dieser Funktion eigentlich schon seit 25 Jahren im Einsatz. Seit 2012 ist er mit einer Vollzeit-Stelle bei der Stadtverwaltung angestellt. Etwa 200 Personen werden von ihm mehr oder weniger regelmäßig aufgesucht und kontaktiert. Alle diese Menschen haben gemein, dass ihr Leben irgendwie aus den Fugen geraten ist, sagte Ruhe. Sterlikow führt Gespräche über Sucht- oder Gewaltprobleme, steht in Kontakt zu Obdachlosen oder Jugendlichen, die durchs Netz zu fallen drohen. An sie könne er durch seine viele Beziehungen zu Schulen oder Firmen beispielsweise Schul- oder Ausbildungsplätze vermitteln.
Auf seinen täglichen Kontrollgängen passiert er die Bereiche wie den ZOB, den Mehrgenerationenpark, den Stadtpark oder den Vorplatz der Roten Schule. Dort treffen sich beispielsweise regelmäßig junge Erwachsene mit ihren Autos. Der Streetworker führt präventive Gespräche und versucht hier für die Müll- und Lärmproblematik zu sensibilisieren.
Mehr Personal beantragt
Über die Wichtigkeit der Arbeit des Streetworkers herrschte im Ausschuss Einigkeit. Die Gruppe Grüne/UWG wollte für diesen aus ihrer Sicht wichtigen Bereich auch noch mehr Personal zur Verfügung stellen. Sie forderten einen Sozialpädagogen für den offenen Jugendtreff und einen weiteren für die aufsuchende Arbeit, so wie sie Sterlikow schon umsetzt. Die Gruppe CDU/FDP/Zentrum wollte ersterer Stelle zustimmen. Die SPD/Linke hätte den neuen Pädagogen gerne zu 50 Prozent im JiM und zu 50 Prozent als Streetworker eingesetzt.
Das wollte die Verwaltung so aber nicht möglich machen. Nach Rücksprache mit den Mitarbeitern der Roten Schule sei davor gewarnt worden, die unterschiedlichen Bereiche der Jugendarbeit in einer Person zu vermischen. Die Schaffung einer Vollzeit-Stelle im JiM wurde bei neun Ja-Stimmen und drei Enthaltungen zum Beschluss empfohlen. Ein mehrheitliches Nein (sieben Mal) gab es dagegen für die Einstellung eines weiteren Streetworkers (drei Ja, zwei Enthaltungen).
