Ramsloh - Noch am vergangenen Freitag drehte der Schulleiter des Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) Ramsloh Klaus Finsterhölzl in Sportkleidung so manche Runde beim Spendenlauf für die Ukrainehilfe. Am Samstagabend erlebten die Besucher im Landgasthof Dockemeyer den Kabarettisten Finsterhölzl auf der Bühne. Von seinem Soloauftritt, bei der Finsterhölzl in verschiedenen Personen schlüpfte, waren die Besucher begeistert.
Finsterhölzl gab sich bayerisch wortgewaltig. Die Skandale der jüngsten Zeit beleuchtete er satirisch und mit seinen Wortschöpfungen und Gedankenspielen brachte er das Publikum an den Rand von Lachkrämpfen. Bei seinen Auftritten verwendet der Portsloger zudem Verkleidungen.
Vertraute Typen
Sein Repertoire umfasste vertraute Persönlichkeitstypen mit teilweise ungewohnten Gedankengängen, verpackt in geistreichen, eingängigen und doch nicht alltäglichen Texten. Sein Spiel ist augenzwinkernd gemeint und nicht in jeder Hinsicht ernst zu nehmen.
Warum lädt Jesus zur Pressekonferenz ein und stellt sich in Giovanni-Trapattoni-Manier drängenden Fragen, während sein römischer Henker Pontius Pilatus plötzlich Österreicher wird? Wortgewandte Antworten lieferte Klaus Finsterhölzl, mit dem man auch Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki überraschend anders erlebte, auf Rotkäppchen traf und auf cholerische Hundebesitzer. Für einen moderneren Gottesdienst schlüpfte Klaus Finsterhölzl in die Kutte von Pfarrer „Rap“. Wunderbar sein Spiel mit den Ortsnamen. Ein Lacher war der Besuch des Papstes beim örtlichen Bürgermeister. Die englische Sprache geriet arg ins Wanken. Ein Seitenhieb auf die Serie „Rote Rosen“ konnte sich der Kabarettist nicht verkneifen. Er sparte auch nicht mit literarischen Solos oder mit dem weiblichen Zyklus.
Eigenes Material
Der Schulleiter verstand es, die Zuhörer mit eigenen Texten und selbst entwickelten Figuren auf witzige, geistreiche und manchmal bissige Art zu unterhalten. Dabei ist sein Auftritt nicht verletzend oder bloßstellend. Man könnte sagen Finsterhölzl hielt über seinen Figuren einen Spiegel. So lachten die Besucher nicht nur über ihn, sondern auch über sich selbst. Pointiert unterhielt er die Zuhörer fast zwei Stunden – Satire vom Feinsten.
