Kartzfehn - In den Gewächshäusern rund um das Moorgut Kartzfehn ist wieder Leben eingekehrt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Frischehof Döpke aus dem nahen Varrelbusch erntet hier Erdbeeren, Brombeeren und Himbeeren. In der Saison sind unter der Regie des jungen Unternehmers Andreas Döpke fast ein Dutzend Mitarbeiter beschäftigt.

Jahrelang fanden die Gewächshäuser keine Verwendung. 160 000 „Impatiens Neuguinea“ – „Fleißige Lieschen“ und „Edellieschen“ – blühten hier einst. Die Klattenberg-Kulturen waren lange Jahre ein wesentlicher Erwerbszweig des 1921 mitten im Moor angesiedelten Moorgutes Kartzfehn. Auch mit einer besonders ausgezeichneten Rhododendren-Zucht hatten sich die Kartzfehner einen bundesweit beachteten Namen gemacht. Doch mit der Zeit konzentrierte sich der 750-Hektar-Betrieb mehr auf die Putenvermehrung und die Brütereien.

In den Klattenberg-Kulturen waren zeitweilig mehr als 20 verschiedene Pflanzenarten gezüchtet worden. Bis zu 400 000 Azaleen und 220 000 blühende und buntblättrige Topfpflanzen wurden verkauft. Goldauszeichnungen auf Gartenbauausstellungen in ganz Europa bewiesen die Qualität. Die Azaleen erhielten dreimal hintereinander bei einem internationalen Wettbewerb die Höchstpunktzahl 100. Auch eine Baumschule gab es dort. 7000 Quadratmeter Hochglasfläche kamen hinzu.

Diese Gewächshäuser in Doppelglasbauweise hat Andreas Döpke jetzt Anfang des Jahres gepachtet. Döpkes Betrieb in Varrelbusch in der Nachbargemeinde Garrel ist überregional bekannt. Seit 1991 wird dort Spargel angebaut. Als die Döpkes die Viehhaltung aufgaben, wurde daraus das Hauptstandbein. Zehn Hektar Spargel und noch einmal die gleiche Fläche Erdbeeren werden inzwischen bewirtschaftet. Seit 1996 gibt es in Varrelbusch einen großzügigen „Bauernmarkt“ mit Ab-Hof-Verkauf, Restaurant, Gastronomie und Kinderspielplatz.

In vielen Sommerverkaufsständen von Oldenburg bis Cloppenburg bietet Döpke seine Waren an. Und den Nachschub besorgt er sich jetzt auch in Kartzfehn. „In diesen sechs Gewächshäusern kümmern wir uns bei idealen Bedingungen um Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren“, meint Andreas Döpke. „Die Kunden sind von uns gute Qualität gewohnt.“