Saterland - Wenn früher jemand starb, waren die Abläufe eigentlich allen klar, die Nachbarn waren in der Pflicht. Sie kümmerten sich um den Verstorbenen und die Hinterbliebenen, für die in der Regel damit ein Trauerjahr begann. Auf dem Gebiet hat sich vieles geändert. Bestatter und Dienstleister übernehmen weitestgehend die damaligen Nachbarschaftspflichten. Von einem Trauerjahr ist heute kaum noch etwas zu sehen, weil die Zeit schnelllebiger geworden ist. Deshalb ist aber nicht die Trauer als solches vorbei, im Gegenteil, sie ist da und sie bleibt, ganz unabhängig von dem, was Außenstehende davon wahrnehmen.
Ausbildung absolviert
Hier setzt nun der von der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland initiierte Trauerbesuchsdienst an. „Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für diese Arbeit durch eine Ausbildung qualifiziert haben und der Schweigepflicht unterliegen, bieten ihre Hilfe an“, heißt es von der Kirchengemeinde. So haben Hinterbliebene die Möglichkeit, auf das Angebot des Trauerbesuchsdienstes einzugehen, indem sie einem Besuch zustimmen. Es bestehe die Möglichkeit, über die kirchliche Beerdigung hinaus, Trost und Beistand zu erfahren. „Sich getragen und verbunden fühlen durch das Gespräch mit dem Besuchsdienst ist der erste Ansatzpunkt der Trauerbegleiter“, heißt es weiter. Den Fokus legen die Helfer insbesondere darauf, den Betroffenen zu vermitteln: „Du bist nicht allein. Du bist mir wichtig.“ In der Praxis soll es so ablaufen, dass der Besuchsdienst brieflich Kontakt zur Trauerfamilie aufnimmt und seine Hilfe anbietet. Jede Betroffene könne für sich selbst entscheiden, ob man das Angebot annehmen möchte. Es sei in jedem Falle kostenlos und verpflichte zu nichts.
Kirchliche Beauftragung
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchengemeinde sehen in diesem Angebot die Chance, durch Gespräche und Begleitungen mit den Verlusterfahrungen besser umgehen zu können. Starten wird das Projekt Trauerbegleitung zum 1. Oktober dieses Jahres. Am vergangenen Sonntag erhielten die Mitwirkenden ihre offizielle kirchliche Beauftragung. Dies geschah im Rahmen eines Hochamtes am Caritassonntag in der St.-Petrus-Canisius-Kirche in Sedelsberg. Dort wurde das Angebot der katholischen Kirchengemeinde in Saterland nochmals ausführlich erläutert und die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Trauerbegleitdienstes stellten sich der Öffentlichkeit vor.
