Cappeln - Seit Jahren wird in Cappeln immer wieder darüber diskutiert, wie der Schülerverkehr in der Schulstraße und im Sportring sicherer gestaltet werden kann. Der große Wurf ist bis heute nicht gelungen. Das wurde am Montagabend im Planungs-, Umwelt- und Wegeausschuss deutlich. Nach der Sitzung des Fachausschusses im Februar habe die Gemeindeverwaltung mit den Anliegern und Schulleitern gesprochen, berichtete Bürgermeister Marcus Brinkmann. Die Gespräche hätten jedoch keine Lösung gebracht. Es habe keine einheitliche Meinung für oder gegen eine Fahrradstraße gegeben. Der kleinste gemeinsame Nenner seien zwei Sammelstellen für Mülltonnen, damit diese auf dem Gehweg nicht mehr die Schüler behinderten. Dem Vorschlag stimmte auch der Fachausschuss zu. Die Sammelstellen sollen vor der Mensa und links vom Sportlerheim eingerichtet und durch Poller geschützt werden.
Fahrradstraße untersucht
Verkehrsplaner Lothar Zacharias hatte von der Gemeinde den Auftrag erhalten, für die Schulstraße und den Sportring die Einrichtung einer Fahrradstraße zu untersuchen. Sein Ergebnis: Eine Fahrradstraße sei möglich, bringe aber nicht viel. Er kenne keine Fahrradstraße in Deutschland, die nur Radfahrern vorbehalten sei. Überall gebe es ein Hinweisschilder, dass auch Kfz die Fahrradstraße benutzen dürften. In einer Fahrradstraße hätten Radfahrer aber Vorrang. Sie dürften sogar nebeneinander fahren.
Ein Ausschussmitglied verwies sofort auf Cloppenburg. Die Kirchhofstraße als Fahrradstraße sei kein Erfolgsrezept, da die durchfahrenden Autos nicht kontrolliert würden. In der Schulstraße in Cappeln sei das größte Problem der Bring- und Holverkehr der Eltern per Auto – insbesondere bei Regen, hieß es. Zacharias empfahl Elterntaxizonen. In der Schulstraße würden die Eltern jetzt die Bushaltestelle zum Ein- und Aussteigen der Kinder nutzen.
Kfz-Tempo hat Einfluss
Aus verkehrsplanerischer Sicht führe auch die Einrichtung einer Einbahnstraße oder von Einfahrt-/ Durchfahrtverboten zu keiner wesentlichen Verbesserung der Verkehrssituation und sei deshalb nicht sinnvoll. Einen wesentlichen Einfluss auf die Verkehrssicherheit habe das Tempo der Autos. In der Schulstraße und im Sportring gelte aber bereits jetzt 30 km/h. Eine Einbahnstraße würde eher zu höheren Geschwindigkeiten führen.
Der Verkehrsplaner glaubt auch nicht, dass eine Sackgassenregelung Eltern davon abhalten würde, in die Straßen hineinzufahren. Er befürchte in dem Fall Wendemanöver oder Rückwärtsfahrten, sodass sich die Verkehrssituation eher noch weiter verschlechtern würde. Der Pkw-Begegnungsverkehr stelle kein Problem dar. Lediglich bei der Abfahrt der Schulbusse komme es in der Kurve Schulstraße/Sportring zu schwierigen Begegnungsfällen.
Sinnvoll sei, wie derzeit bereits praktiziert, dass durch Hinweise der Schulen eine bevorzugte Fahrtrichtung von den Kfz-Nutzern angenommen werde. Eine solche Verkehrsführung sei auch nur zu den Bring- und Abholzeiten sinnvoll. Außerhalb dieser Zeiten sei bei deutlich geringerem Verkehr keine besondere Regelung erforderlich.
