Herr Bortfeldt an diesem Sonntag und am 14. Juni finden in der Kirche in Idafehn Konfirmationen statt – trotz der Corona-Pandemie. Wie kommt es dazu?

BortfeldtDas ist ein Glücksfall. Wir werden zum ursprünglich geplanten Termin konfirmieren. Im vergangenen Jahr hatte ich eine dreimonatige Auszeit genommen. Daher hat sich auch der Konfirmandenunterricht um drei Monate verschoben, sodass die Konfirmation nicht für Ende April/Anfang Mai, sondern für Juni geplant worden war.

Sicherlich wird es keine klassische Konfirmation werden. Welche Einschränkungen gibt es?

BortfeldtNatürlich dürfen wir die Konfirmation nicht wie geplant durchführen. Sie findet nur im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Es wird keine öffentliche Veranstaltung, wie sonst üblich. Jeder Konfirmand darf mit maximal acht Personen zum Gottesdienst kommen. Bei acht Konfirmanden und acht Gästen kommen wir so auf maximal 64 Personen in der Kirche. Bei Einhaltung der Abstandsregel von 1,5 Metern zu Personen, die nicht zum selben Haushalt gehören, können wir bis zu 70 Leute in der Kirche in Idafehn unterbringen. Wir profitieren dabei auch von einer kleinen Anzahl an Konfirmanden in diesen Jahr.

Wird es auch ein Abendmahl geben?

BortfeldtEigentlich dürfen wir kein Abendmahl feiern. Aber wir haben kleine Traubensaftflaschen gekauft. Für jeden Konfirmanden haben wir ein Tablett mit einer Flasche Traubensaft und einer Oblate, die er sich vom Altar nehmen kann. Das hat es so auch noch nicht gegeben.

Die Frage, ob wir das Abendmahl ausfallen lassen, hat sich für mich auch nicht gestellt. Seit 1893 wird hier in Idafehn konfirmiert. Seit dem ist noch nie eine Konfirmation ausgefallen – auch 1945 kurz vor Kriegsende nicht. Und zum Konfirmation-Gottesdienst gehört das Abendmahl dazu.

Hatten Sie in den vergangenen Monaten an eine Absage gedacht?

BortfeldtDie Absage war schon geschrieben und ich wollte sie Anfang Mai abschicken. Doch ich habe noch einen Tag damit gewartet und das sollte sich als gute Fügung herausstellen. Denn es kam die Nachricht, dass bei Gottesdiensten die Abstandsregel von 1,5 Metern gilt und nicht von zehn Quadratmetern pro Person. Dann hätten nur maximal 14 Personen in die Kirche gedurft und das wären zu wenige gewesen. Die E-Mail mit der Absage habe ich als Erinnerung abgespeichert. Wenn ich sie abgeschickt hätte, hätte ich sie wohl nicht zurückgenommen.

Wie waren die Reaktion auf die Entscheidung, doch zu konfirmieren?

BortfeldtEs wurde mir von vielen Seiten geraten, die Konfirmation zu verschieben. Aber wohin, habe ich dann gefragt. Es ist wie der Blick in eine Glaskugel. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, ob sich die Situation bis Herbst oder Anfang kommenden Jahres wirklich verändert hat.

Ich habe auch mit vielen Eltern gesprochen, die Bedenken hatten. Drei Konfirmanden haben auch entschieden, ihre Konfirmation auf nächstes Jahr zu verschieben. Sie wollen mit mehreren Gästen feiern. Die anderen Konfirmanden freuen sich jetzt richtig auf ihre Konfirmation und sind stolz. Es gibt ihnen auch ein Stück Normalität zurück.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland