Friesoythe - Die Friesoyther Ortsgemeinschaft des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) löst sich auf. Die Entscheidung fiel auf der Mitgliederversammlung im Franziskushaus. Vor zehn Jahren hatte der KKV ein Ende nach 60 Jahren Vereinsgeschichte noch abwenden können. Doch nun kam im Jahr des 70-jährigen Bestehen das endgültige Aus.
„Logische Konsequenz“
Sämtliche Vorstandsmitglieder standen für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Ein neuer Vorstand konnte nicht gebildet werden. Die Auflösung sei daher eine logische Konsequenz, wie der scheidende Vorsitzende Professor Karl-Heinz Schonebeck betonte. Der Jurist hatte sich 2013 federführend zur Verfügung gestellt und damit das Fortbestehen gesichert. Die Mitgliederzahl sei jedoch weiter gesunken, neue Mitstreiter seien nicht in Sicht gewesen.
„Das ist kein guter Tag für den KKV Friesoythe. Ich sehe aber auch keine andere Möglichkeit“, sagte Hermann Vormoor, der 1954 in den KKV eingetreten ist. Damals gab es neben dem KKV auch einen Jung-KKV. Es gab Fahrten und Vorträge, der KKV lud zum Familientag ein und feierte Patronatsfeste. Die Mitglieder hätten bei kirchlichen Festen Flagge gezeigt, an überregionalen Wallfahrten sowie Veranstaltungen des Bundesverbandes teilgenommen und sich für soziale Gleichheit eingesetzt. Das Ende der KKV-Ortsgemeinschaft sei auch kein gutes Zeichen für die in schweres Fahrwasser geratene katholische Kirche, befand Vormoor. Die junge Generation gehe andere Wege. „Ich finde die Auflösung schade und werde mich daher bei der Abstimmung enthalten“, so das langjährige Mitglied.
Auch der Pfarrer von St. Marien Christoph Winkeler bedauerte das Ende des KKV. „Sie alle haben ihre Arbeit im Vorstand mit Leidenschaft gemacht. Aber ich muss die Entscheidung respektieren und auch nachvollziehen“, sagte der Friesoyther Pastor.
Dem Gericht mitgeteilt
Die Auflösung wird nun dem Amtsgericht mitgeteilt, das formal das Ende bestätigt. „Nach der Auflösung existiert der Verein noch so lange, bis die Liquidation abgehandelt wurde. Die Liquidatoren, also die Personen, die zur Auflösung des Vereines vorgesehen sind, sind in der Regel die bisherigen Vorstände“, so Schonebeck.
Laut Satzung geht das verbleibende Vermögen an die Kirchengemeinde St. Marien, die es für gemeinnützige Zwecke verwenden muss. Mitglieder, die bereits ihren Jahresbeitrag entrichten haben, bekommen ihn zurück.
