Friesoythe - Die Friesoyther Innenstadtsanierung ist weitestgehend abgeschlossen. Keine Frage, der Ortskern ist dadurch erheblich aufgewertet worden. Statt grauer Asphaltstraße, Bordsteinkanten, dunkles Pflaster und engen Fußwegen ist die Innenstadt ein heller und vor allem barrierefreier Raum geworden, in dem Fußgänger und Radfahrer eine deutlich höhere Aufmerksamkeit bekommen haben. Aber wer gehofft hatte, dass mit der Sanierung auch mehr „Grün“ in die Stadt kommt, sieht sich getäuscht. Bislang jedenfalls. Denn ein Klimakonzept soll dafür sorgen, dass die großen durch Pflastersteine versiegelten Flächen durch mehr Pflanzen aufgebrochen werden. Wie das gelingen soll, wurde jetzt von der Stadtverwaltung öffentlich gemacht.
Pflanzbehälter für Bäume
Als Ziele habe man sich gesetzt, den Auswirkungen der Klimaveränderungen entgegenzuwirken sowie die „Grünsituation“ und die Aufenthaltsqualität im betroffenen Bereich zu verbessern, heißt es in dem Konzeptpapier. Realisiert wurden bislang das Aufstellen von 44 Pflanzkübeln und einer begrünten Sitzgelegenheit beim Kriegerdenkmal sowie die Neugestaltung des Kreisels Moorstraße. Nun wurden vom Büro WK Freiraumplanung aus Leer weitere Ideen entwickelt.
Bislang nur ein Gedankenspiel: So könnte es künftig am Franziskusplatz in Friesoythe aussehen.
Um wieder mehr Interesse an Aufenthalten in der Innenstadt zu erzeugen, soll die Aufenthaltsqualität durch attraktive, begrünte Sitzgruppen erhöht werden. Da sich im Erdreich zahlreiche Versorgungsleitungen befinden, konnten bislang nur wenige Bäume gepflanzt werden.
Abhilfe sollen hier große Pflanzbehälter schaffen, in denen nicht nur Gräser, Stauden und Sträucher, sondern auch ganze Bäume Platz finden können. Die Stadt Friesoythe möchte außerdem mit der Aufstellung von begrünten Fahrradgaragen und Service-Stationen Besucher und Mitbürger animieren, die Innenstadt mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu besuchen. Vorstellbar sei auch die Begrünung von Fassaden durch Kletterpflanzen sowie von Dächern.
Wasser erlebbar machen
Wasser soll ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Im Bereich des Franziskusplatzes könnte dem Konzept nach zum Beispiel ein Zugang zur Soeste geschaffen werden. Dazu würde man das Ufer ausweiten und so mehr Wasserfläche schaffen. Über eine Stufenanlage, die auch als Sitzfläche dienen kann, werde die Soeste direkt im Stadtzentrum erlebbar gemacht. Eine weitere Idee ist, den Friesoyther Kanal im Bereich Am Alten Hafen/Weserstraße/Am Hafen um ein großes Becken zu erweitern. Dort, wo sich jetzt also noch ein kleiner Parkplatz befindet, könnte ein Hafenbecken entstehen.
Was davon alles umgesetzt werden kann, ist nun Sache der Politik und der Kosten. Diese Vorschläge seien zudem als „Impulsgeber“ für private Initiativen zu verstehen, sagte Bürgermeister Sven Stratmann.
Und dieses Konzept sei eine gute Grundlage für den neuen Klimaschutzmanager der Stadt Friesoythe, Alexander Wilhelm, der am 1. Juli seinen Dienst antreten wird.
