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Böseler Kneipenserie Wachgerd aus Osterloh ein echtes Unikat

Hans Werner

Bösel - Auf dem höchsten Punkt von Bösel – dem Osterloher Berg – lag an der Straße nach Garrel auf der linken Seite die Gaststätte „Zur Alten Wache“. Wie so viele Gaststätten in Bösel lädt sie heute nicht mehr zur Einkehr ein, aber sie hat eine lange und interessante Geschichte.

Bekannt geworden ist die Wirtschaft durch ihren einstigen Besitzer, genannt Wachgerd. Um ihn ranken sich viele Geschichten. Wachgerd hieß mit bürgerlichem Namen Gerd Heinrich Bley und lebte von 1848 bis 1928. Er war Wirt, Händler, Bauer, Holzschuhmacher und Zimmermann und ein ganz besonders ein großer Spaßmacher. Viele seiner angeblichen Streiche und Erlebnisse schrieb der Oldenburger Heimatdichter August Böckmann 1943 in dem Buch „Der Schelm aus dem Moore“ auf.

Im Krieg zerstört

Als Gastwirt beschritt er schon früh neue Wege, um den Besuch in seinem Wirtshaus attraktiv zu gestalten. So kann man im Staatsarchiv Oldenburg in einem Brief vom 25. Oktober 1912 an den Amtshauptmann in Friesoythe nachlesen, wie er um die nachträgliche Genehmigung einer frei stehenden Kegelbahn in der Nähe seines Wohn- und Gasthauses bat, die auch genehmigt wurde.

Nach dem Tod seiner beiden Kinder adoptierte er seine Nichte Ella. Diese führte dann zusammen mit ihrem späteren Mann Gustav Otto die Gaststätte weiter. In den Jahren 1940 bis 1946 war Gustav Otto als Soldat im 2. Weltkrieg und nach Kriegsende in Gefangenschaft. Als er aus der Gefangenschaft entlassen wurde, musste er feststellen, dass die Gastwirtschaft und das Wohnhaus zerstört waren, denn in den letzten Kriegstagen brannte der kleine Schankraum, der in einem noch teilweise reetgedeckten Bauernhaus lag, ab. In den 1950er Jahren wurde dann an gleicher Stelle ein neues Wohnhaus mit integrierter Gaststube errichtet.

Betrieb bis 2008

Die Kneipe war immer beliebter Treffpunkt, ganz besonders für die Osterloher Männer und die Moorarbeiter. Hier wurde angehalten, um sich bei Bier und Korn über die dörflichen Geschehnisse auszutauschen. Sämtliche Versammlungen, die den Ortsteil Osterloh betrafen, wurden hier abgehalten. Man darf die Gaststätte „Zur Alten Wache“ auch als Keimzelle des Böseler Schützenvereins betrachten.

Gustav Otto verstarb am 15. Juli 1966. Danach führten seine Frau Ella und die Tochter Elisabeth, auch „Wach-Lisbeth“ genannt, die Gastwirtschaft weiter. Ella Otto verstarb 1987 im Alter von 90 Jahren. Daraufhin ruhte die Arbeit allein in den Händen von „Wach-Lisbeth“. Sie verstarb im Alter von 70 Jahren im Jahre 2008. Ihr Tod bedeutete auch das Ende des Schankbetriebes in Osterloh.

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