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Kochkurs im Kreis Cloppenburg Männer aus Essen probieren seit 25 Jahren Rezepte aus der ganzen Welt aus

Claudia Wimberg
Auf einen Blick: Die Männer des Essener Kochclubs „Men at work“ mit ihrer Kursleiterin Carola Hämmerer.

Auf einen Blick: Die Männer des Essener Kochclubs „Men at work“ mit ihrer Kursleiterin Carola Hämmerer.

Claudia Wimberg

Essen/Friesoythe - Bei Michael Borth fehlt noch ein Teelöffel Kreuzkümmel, während sich Andreas Peek auf die Suche nach Kurkuma macht. „Koriander ist nicht jedermanns Sache“, weiß Carola Hämmerer, „deshalb nicht einrühren, sondern lieber dazu servieren“, rät die erfahrene Kursleiterin und einzige Frau unter 17 Männern.

„Indische Köstlichkeiten“, stehen beim jüngsten Treffen der „Men at work“ auf der Menüliste. Der Essener Club zaubert an diesem Abend in der Oberschule jedoch nicht nur Garnelen, Chicken-Mango-Curry, Raita oder Linsendal, er feiert auch sein 25-jähriges Bestehen. Stichtag war der 21. September 1998 unter der damaligen Regie von Marlies Linke, wie Bildungswerk-Geschäftsführer Willi Grüßing und Juliane Berding (zweite Vorsitzende) recherchiert hatten, die zum Jubiläum mit einem Weinpräsent gratulierten.

Ein besonderer Dank ging dabei natürlich an die heutige Leiterin. Carola Hämmerer organisiert die Zusammenkünfte kauft ein, begleitet und sorgt dafür, dass sich die Männer quer durch aller Herren Länder kochen.

Zum Auftakt trägt sie die Rezepte auf mehreren Seiten vor. Auch Michael Borth hört andächtig zu und erinnert sich schmunzelnd an seinen ersten Abend, „als ich davon ausging, dass das die Gerichte fürs gesamte Quartal sind.“ Schnell lernte Friesoythes früherer Pfarrer jedoch, dass alle Speisen schon in der nächsten Stunde problemlos zubereitet werden und dass viele Köche nicht den Brei verderben.

Pfarrer seit 2020 dabei

Seit Ende 2020 führt der 62-Jährige die Bartholomäus-Gemeinde, „wir erfuhren recht schnell, dass er gerne am Herd steht und haben ihn gefragt, ob er nicht mitmachen will“, berichtet Carola Hämmerer. „Und ich bin hier nicht der Pfarrer, sondern einfach Michael“, ergänzt Borth. Rang und Namen spielen grundsätzlich keine Rolle, die Mitglieder sind in den unterschiedlichsten Berufen unterwegs, „und wir bilden eine tolle Gemeinschaft, bei der auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt“, unterstreicht Josef Busch, der mit Christoph Freese und Josef Schade zu den Gründungsmitgliedern zählt.

Feuermelder aktiviert

Eher unkonventionell ist Franz Wilken zum Club gestoßen, als eine Stichflamme mal den Feuermelder aktiviert hatte. Der Hausmeister der Schule eilte sofort ins Gebäude, „wir konnten ihn beruhigen und er ist dann gleich da geblieben“, verrät Busch lachend, der nach eigenen Angaben für den bisher „genialsten Schwarzwaldtraum“ verantwortlich war und auf die Sangeskünste des Clubs verweist, der prompt auch davon eine Kostprobe gibt: „Prost, Prost, Prösterchen, im Wein ist Sonnenschein, hinein, hinein, hinein.“

Danach fragten sich Clemens Bahl und Peter Bergmann, ob man Mangos wohl mit Messer oder Sparschäler am Galantesten schält, während das bereits in Würfel geschnittene Hähnchenfilet goldbraun in der Pfanne brutzelt. Jochen Schneiders befördert derweil den Himbeer-Joghurt-Quark als deutsches (weil nicht so süßes) Dessert in den Kühlschrank und Frank Böckmann die roten Linsen in die Gemüsebrühe. Daneben presst Michael Borth unter den Augen von Pfarrer Dhamann eine Limette für das Raita aus und lässt ihn abschmecken. Sein indischer Mitbruder ist mit Pfarrer Jeneesh als Besucher anwesend. Auf Initiative der Kolpingfamilie soll mit dem Club nämlich ein indischer Abend vorbereitet werden und die beiden konnten sich bei ihrer Stippvisite vorab schon mal von den orientalischen Künsten überzeugen.

Farbenfroh gefüllt

Als Töpfe und Pfannen mittlerweile farbenfroh gefüllt sind und durch die Küche ein aromatischer Duft zieht, deckt Manfred Kalvelage den Tisch, auf dem die Teams acht Gerichte servieren und verköstigen. Geschmackvoll, pikant, aber nicht zu scharf. Zwischendurch stoßen sie auf ihr Jubiläum und die nächsten 25 Jahre an und freuen sich darüber, dass bei ihnen alles in Butter ist.

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