Kreis Cloppenburg - Mehr Tempo beim Impfen fordern die Grünen im Landkreis Cloppenburg, ein Impfzentrum in der Cloppenburger Markthalle will hingegen der SPD-Kreisverband. Das geht aus Pressemitteilungen der Parteien hervor. Die SPD hat einen Antrag an die Kreisverwaltung formuliert, einen Ersatz für das geschlossene Impfzentrum an der Thülsfelder Talsperre anzubieten.
Die Kritik
Die mobilen Impfteams, deren Einsatz von der SPD grundsätzlich sehr begrüßt werde, könnten den Bedarf an notwendigen Impfungen in der sich zuspitzenden dramatischen Situation nicht mehr abarbeiten.
Hinweise auf mehrstündige Wartezeiten bei niedrigen Außentemperaturen schreckten viele Bürgerinnen und Bürger ab, sagen die Sozialdemokraten. Älteren oder körperlich eingeschränkten Personen sei eine längere Wartezeit bei der aktuellen Witterung nicht zumutbar.
Auch der Grünen-Kreisverband fordert mehr Impfangebote und eine gemeinsame Kraftanstrengung aller. Wenig Verständnis hat die Kreisvorsitzende Anne Rameil dafür, dass im Landkreis noch Tanzveranstaltungen in Diskotheken und Bälle erlaubt seien. Hier solle der Landkreis endlich tätig werden, um die Kontakte auf Großveranstaltungen ohne Maske zu reduzieren. „Der Süden und Osten unseres Landes zeigen gerade, wohin es geht. Wir müssen sofort massiv gegensteuern und nicht erst Weihnachten“, so Rameil.
Ideen der SPD
Die Hausärzte seien völlig überfordert mit dem Impfen, sagt die Kreis-SPD. Um auch sie zu entlasten, sollte im Kreis mit einem Impfzentrum ein zentrales Angebot geschaffen werden. Die Cloppenburger Markthalle würde sich aufgrund ihrer zentralen Lage im Kreisgebiet, der vielen Parkmöglichkeiten und der weitläufigen Fläche als Impfzentrum anbieten, so die Kreis-SPD in ihrer Mitteilung.
Ruth Fangmann ist bewusst, wie eng die personelle Besetzung der Impfteams bereits jetzt ist und wie schwierig es ist, schnell zu reagieren. Mit Blick in die Krankenhäuser sei es nie nötiger gewesen, dafür zu sorgen, die „Zahl der beatmeten Covid-19-Patienten und auch der Toten so niedrig wie möglich“ zu halten, sagt Fangmann.
Die SPD fordert deswegen auch, die Aufrufe zur Gewinnung von impfunterstützendem Personal auszuweiten. Ratsherr Jan Oskar Höffmann sieht aber auch das Land und den Bund in der Pflicht – er möchte auch Apotheken in die Impfkampagne eingebunden wissen.
