Kreis Cloppenburg - In den nächsten Wochen wird im ganzen Kreisgebiet stichprobenartig der Inhalt der Biotonnen bei der Abfuhr überprüft. Plastikmüllbeutel und Kunststoffverpackungen im gesammelten Bioabfall, aber auch Gläser und Restmüll, wie Windeln, Tiereinstreu und Zigarettenkippen, machen diese Aktion erforderlich.
Mehr Plastikmüll
„Während nach der Einführung der Biotonne Mitte der Neunziger sehr gewissenhaft Bioabfälle getrennt wurden, hat der Anteil an Plastik und Restmüll in den vergangenen Jahren im Bioabfall immer mehr zugenommen“, bedauert Landrat Johann Wimberg. Selbst mit der vom Landkreis seit Monaten laufenden Kampagne „Wirkönnenbio.de“, mit der den Nutzern der Biotonne umfangreiche Informationen über die Bioabfallsammlung zur Verfügung gestellt werden, habe sich die Qualität der im Kompostwerk angelieferten Bioabfälle nicht wesentlich verbessert.
In Zusammenarbeit mit dem Abfuhrunternehmen werden daher Mitarbeiter des Umweltamts mit Sichtungskontrollen und der Verteilung von Hinweisen künftig regelmäßig auf die richtige Vorsortierung der Bioabfälle und Befüllung der Biotonne hinwirken. Enthalten Biotonnen Fremdstoffe, wie beispielsweise Plastikmüllbeutel, Obst oder Gemüse im Glas, Getränkeflaschen oder Lebensmittel in Plastikverpackungen, werden die Behälter mit einer roten Karte versehen und nicht mehr geleert. Und es kann sogar zur Ahndung mit Bußgeldern kommen, denn werden Abfälle nicht richtig getrennt und entsorgt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit.
Die Beanstandungen werden mit Fotos dokumentiert und wer den Inhalt nicht richtig entsorgt oder nachsortiert, muss damit rechnen, dass die Tonne bei der nächsten Abfuhr nachkontrolliert wird.
Kompostierbare Papiertüten, etwas Zeitungspapier oder Küchentücher für das Handling der Küchen- und Speiseabfälle können als Hilfsmittel ohne weiteres genutzt werden. Landen Bioabfälle jedoch mit Plastikmüllbeutel in der Sammlung oder werden verdorbene Lebensmittel nicht entpackt, führt das zu erheblichen Mengen an Fremdstoffen, die anschließend nicht mehr aussortiert werden können.
Kompost unbrauchbar
Werden sogar Gläser oder Flaschen in die Biotonnen gegeben, zerbrechen diese spätestens beim Abladen der gesammelten Bioabfälle. Die Folgen sind Glasscherben und -splitter im Kompost, der dann nicht mehr für den Einsatz als Dünger geeignet ist.
„Toleriert werden kann dieses Verhalten nicht, denn der Landkreis ist in der Pflicht, dem Kompostwerk im Rahmen der Bioabfallsammlung gute Qualität anzuliefern“, so Landrat Johann Wimberg weiter. Daher sind verstärkte Kontrollen der Biotonnen zwingend erforderlich, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und sauberen Bioabfall einzusammeln.
Auskünfte zur richtigen Bioabfalltrennung oder Informationsmaterial zur richtigen Befüllung der Biotonnen, auch in verschiedenen Sprachen, sind erhältlich bei der Abfallberatung des Landkreises Cloppenburg unter der Telefonnummer 04471/15 432.
