KREIS CLOPPENBURG - KREIS CLOPPENBURG - Im Landkreis Cloppenburg ist Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) mit seinem Vorschlag von Nachtfahr- und Durchfahrtverboten für LKW in Ortschaften auf keine Gegenliebe gestoßen. Im Kreishaus, in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta und im Rathaus in Lastrup wurde gestern ganz schnell abgewunken.
„Das ist keine Lösung des Problems“, befand Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage. Würde die Ortsdurchfahrt in Lastrup für LKW gesperrt, müsste eine Umleitung ausgewiesen werden. Da es – anders als in Ahlhorn mit den benachbarten Autobahnen 1 und 29 – parallel zur B 213 (E 233) keine Bundesstraße oder Autobahn gebe, müsste der Verkehr auf Landes- und Kreisstraßen durch andere Dörfer ausweichen. Somit würde ein Durchfahr- oder Nachtfahrverbot in Lastrup den LKW-Verkehr lediglich verlagern.
Eveslage forderte statt des Hirche-Vorschlages einen schnellstmöglichen Bau der Lastruper Ortsumgehung. Dafür liege seit zweieinhalb Jahren ein rechtsgültiger Planfeststellungsbeschluss vor, der vom Bund mit Unterstützung des Landes endlich umgesetzt werden müsse.
Die Menschen in Lastrup leiden seit Jahren unter immensem Lärm und Abgasen. 12 000 Fahrzeuge quälen sich heute in 24 Stunden durch den Ortskern, alle paar Minuten donnern Lastwagen auf der B 213 zwischen den Häusern hindurch in Richtung Hamburg und Skandinavien oder Emsland und die Niederlande. Nach der Einführung der LKW-Maut mit rapide steigender Tendenz. Eine Auswertung der Dauerzählstelle in Stapelfeld durch die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat ergeben, dass die B 213 im Mai von 39,1 Prozent mehr LKW befahren wurde als im Vorjahresmonat.
Diese Entwicklung ist für Klaus Fangmann, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, nur durch eine Ausweitung der LKW-Maut auf Bundesstraßen zu stoppen. „Wir kriegen das Problem des LKW-Verkehrs auf der B 213 nur über das Portemonnaie in den Griff“, sagte er gestern der NWZ . Ein Nachtfahrverbot hält er dagegen für unrealistisch. „Das sieht auf dem Papier gut aus, aber wir als Polizei können das nicht kontrollieren“.
Lastrups Bürgermeister Jürgen Focke sieht für die Menschen in seiner Gemeinde nur die Ortsumgehung als effektive Lösung. Fahrverbote hält er aufgrund fehlender Ausweichstrecken für nicht praktikabel, insofern sei niemandem mit den Vorschlägen des Ministers gedient. „Das bringt nichts. Der Hirche sollte lieber in Berlin nach Mitteln aus der Maut fragen und die dann in unsere Umgehung stecken“, forderte auch Focke eine zügige Freigabe von Mitteln, um den Bau der Ortsumgehung endlich in Angriff zu nehmen.
