Landkreis Cloppenburg - Gute Idee, zeitlich knappe Umsetzung: So lässt sich das Förderprogramm des Landkreises Cloppenburg für die Kunstrasenplätze zwischen 2019 und 2023 zusammenfassen. Insgesamt sollte pro Jahr in jedem der „Alten Ämter“ mit der Unterstützung des Landkreises und der Kommune einer dieser Plätze entstehen – über den Förderzeitraum insgesamt also 15. Fazit im Sommer 2022: Drei Plätze sind umgesetzt – und zwar beim SV Strücklingen, TuS Emstekerfeld und bei Blau-Weiß Galgenmoor. Bewilligt ist der Zuschuss bereits für die Gemeinschaft Friesoyther Fußballvereine. Außerdem ist das Feld vom BV Garrel beantragt worden, muss aber noch von den zuständigen Gremien beschlossen worden.
Hohe Sanierungskosten
Die Fördersumme wurde 2018 bei geschätzten Kosten von 750 000 Euro auf 40 Prozent durch den Landkreis festgelegt. Er trägt somit maximal 300 000 Euro, unter der Voraussetzung, dass die Stadt oder Gemeinde des beantragenden Vereins mindestens eine Förderung in gleicher Höhe zusichert. Ein Grund dafür, dass das Förderprogramm eher schleppend anlief, könnte laut Kreisrätin Anne Tapken die Angst der Vereine von den Sanierungskosten gewesen sein. Denn die sind für die Kunstrasenplätze hoch, und deswegen wurde das Kreis-Programm 2020 erweitert, erklärte Tapken. Demnach werden auch 50 Prozent der Sanierungskosten bezuschusst. Im März und April 2020 gingen dann auch die ersten Anträge ein.
„Der Zeitrahmen für das Förderprogramm war eng, wahrscheinlich sogar zu eng. Es konnte leider nicht das verwirklicht werden, was umgesetzt werden soll“, bedauerte Hans Meyer in der Sitzung des Kreis-Ausschuss für Kultur und Freizeit. Deswegen hatte seine Fraktion einen Antrag auf Verlängerung des Programms bis 2024 gestellt. Meyer erklärte, dass die Planungszeiträume für die Kunstrasenplätze einfach zu lang seien und die Vereine bei der Umsetzung mehr Planungssicherheit benötigten.
Interesse anderer Vereine
Auch der Kreissportbund hatte eine Verlängerung der Förderung beantragt. Der sieht einen Grund für die Verzögerung bei den Anträgen auch in der Corona-Pandemie. Man habe, so Geschäftsführer Christoph Rohling in der Sitzung, von vielen Vereinen die Rückmeldung bekommen, dass auch sie noch gerne einen Kunstrasenplatz bauen möchten. Die Kreisverwaltung habe Interesse aus den Gemeinden Emstek, Bösel, Molbergen und Lastrup mitgeteilt bekommen.
Bernd Hackstedt signalisierte die Unterstützung der CDU-Fraktion für den Antrag: „Wir wollen mindestens die 15 ursprünglich vereinbarten Plätze umsetzen.“ Dem Kreistag wurde einstimmig zum Beschluss empfohlen, das Kunstrasen-Förderprogramm bis 2026 zu erweitern. Dafür werden pro Jahr noch einmal 900 000 Euro zur Verfügung gestellt.
