Friesoythe/Bevern - Wenn es mal so leicht wäre, die Leichtigkeit wiederzufinden. Schon wer anfängt, sie zu suchen, macht es sich selbst schwer. Wer die Leichtigkeit erzwingen will, verkrampft – und entfernt sich noch weiter von ihr. Allein das bloße Nachdenken über die Leichtigkeit, verjagt sie wie ein scheues Reh. „In unserer Situation denkt man im Spiel zu viel nach“, weiß Hammad El-Arab, Trainer der Landesliga-Fußballer Hansa Friesoythes, nach vier Partien ohne Sieg in Folge. Ein Erfolg an diesem Sonntag (Anstoß: 15 Uhr) beim SC Melle wäre ein wichtiger Schritt der Friesoyther in Richtung früherer Leichtigkeit.
Gilt doch: Wer in der Erfolgsspur unterwegs ist, der fühlt die Leichtigkeit irgendwann von selbst wieder. Dann ist sie einfach da, als hätte sie selbst entschieden, zurückzukommen.
Das weiß man auch beim SV Bevern. Für den lief es zuletzt insgesamt besser als für Hansa, und so geht das Team von Trainer Simon Wehming an diesem Sonntag um 14 Uhr als Favorit ins Heimspiel gegen den Viertletzten SV Bad Rothenfelde. Ob die Beverner Leichtigkeit verspüren werden, dürfte auch vom Spielverlauf abhängen.
SC Melle - Hansa Friesoythe
Die nicht nur erträgliche, sondern auch angenehme Leichtigkeit des Erfolgs, dürfte auch beim SC Melle zurzeit fehlen. „Man hat Melle schon ein paar Plätze weiter oben erwartet“, sagt El-Arab über den sechstplatzierten Gegner. „Nicht nur wir spüren, wie stark die Liga ist“, so der Coach des Tabellenachten, der nun darauf achten muss, nicht zu nah an die, sechs Plätze umfassende, Abstiegszone heranzukommen.
Wie stark der SC Melle sein kann, zeigt alleine schon die Tatsache, dass die Mannschaft aus dem Landkreis Osnabrück bisher als einziges Team der Liga dem Dominator SV Holthausen-Biene ein Unentschieden abtrotzen konnte. Alle weiteren bisherigen 13 Partien hat der Spitzenreiter gewonnen – meist deutlich. Das Wort „Unentschieden“ dürften sie in Melle dennoch nicht so gerne hören: Schließlich ist der SVM mit neun Punkteteilungen der Remiskönig der Liga und nicht zuletzt deshalb auch ein großes Stück von den oberen Rängen entfernt.
Das gilt ja aber auch für die Friesoyther, die einen Punkt weniger auf dem Konto als der SC Melle und ein Spiel weniger bestritten haben. Fünf Zähler trennen die El-Arab-Elf nur noch vom ersten Abstiegsplatz. Keine Frage, jetzt zählt’s. „Wir müssen weiterarbeiten und noch möglichst viele Punkte bis zur Winterpause sammeln“, fordert der Hansa-Trainer, der erneut auf Stammtorhüter Wojciech Wilhelm (Meniskusverletzung), die ebenfalls verletzten Cedric und Jeremy Knese sowie Sebastian Plog (Flitterwochen) verzichten muss.
Ob Jannik Hoormann (berufliche Verpflichtungen), der Hansa zuletzt gegen Voxtrup (1:1) einen Punkt rettete, und der erkrankte Benny Boungou dabei sein können, bleibt abzuwarten. „Gegen Voxtrup war das schon ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben aus dem Spiel heraus nichts zugelassen, aber es im letzten Drittel einfach schwer mit einem tiefstehenden Gegner gehabt“, sagt El-Arab. „Da merkt man dann eben auch, dass wir zurzeit fußballerisch und individuell mit den vier besten Teams der Liga nicht mithalten können.“ Mit der herbeigesehnten Leichtigkeit sähe das womöglich anders aus – aber bis zu ihr ist es halt ein schwerer Weg.
SV Bevern - SV Bad Rothenfelde
Beverns Trainer Simon Wehming hat den Keeper Nils Kordon bis zur Winterpause aus der zweiten Mannschaft hochgezogen, weil Till Puncak und Tobias Brengelmann verletzungsbedingt ausfallen. Puncak hat weiter mit Rückenproblemen zu kämpfen und wird erst wieder zur Rückrunde einsteigen. Brengelmann fällt aufgrund einer Oberschenkelzerrung aus. „Ansonsten können wir am Sonntag personell aus dem Vollen schöpfen“, sagt Wehming. Zumal mit Marek Gorzolka und Bernd Gerdes zwei Spieler, die zuletzt ausfielen, wieder ins Training eingestiegen sind.
Wehming erwartet einen tiefstehenden Gegner mit guten Spielern, die Fußball spielen können. „Wir müssen gegen die tiefstehenden Ketten schnell Lösungen finden“, sagt Wehming. Die Gäste stehen zwar im Tabellenkeller. Sie haben aber von ihren bisher 14 absolvierten Partien erst fünf Spiele verloren.

