Landkreis Cloppenburg - Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 314,0 am Montag und einem Wert von 289,1 am Dienstag meldet der Landkreis Cloppenburg mal wieder traurige Spitzenwerte in Sachen Corona. „Mittlerweile ist es so, dass es in allen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen angekommen ist“, sagte Kreissprecher Frank Beumker. Menschen aller Altersgruppen vom Säugling bis zur Seniorin seien von Corona betroffen.
Niedrige Impfquote
Als einen Grund für die hohen Zahlen nannte Beumker eine mit rund 60 Prozent relativ niedrige Impfquote. Der Großteil der Infizierten sei nicht gegen Corona geimpft. Dabei spiele eine Rolle, dass in dem Kreis viele Kinder unter zwölf Jahren lebten, die nicht geimpft werden könnten. Zudem lehnten zahlreiche Erwachsene eine Impfung ab. Da die 7-Tage-Inzidenz über 50 liegt, gelten die 3G-Regeln – Zutritt für viele Bereiche haben Geimpfte, negativ Getestete und Genesene.
Das Personal im St.-Josefs-Hospital Cloppenburg spürt die Auswirkungen der vielen Infektionen. „Im Moment haben wir auf der Intensivstation vier Corona-Patienten“, sagte Andreas Krone, Geschäftsführer des Krankenhauses, am Dienstag. „Stand heute sind wir noch nicht so weit, dass wir geplante Operationen absagen müssen. Aber wir sind sicherlich an unserer Grenze, denn wir haben noch andere Intensivpatienten.“ Am Dienstag waren nur sieben der insgesamt 24 Intensivbetten im gesamten Kreisgebiet frei. Mit Blick auf die steigende Zahl an Neuinfektionen sei zu befürchten, dass auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus steigen werde.
157 Infektionen
954 verbliebene positiv getestete Corona-Fälle meldet der Landkreis am Dienstag. Es gibt 157 Neuinfizierte, gleichzeitig wurden 131 Genesungen registriert. 1100 Menschen sind kreisweit in Quarantäne. 19 Personen müssen im Krankenhaus behandelt werden, fünf von ihnen liegen auf der Intensivstation. „Wir in der Kreisverwaltung sind der festen Überzeugung, dass die hohen Zahlen im Landkreis nicht durch Nachlässigkeit, sondern aufgrund von vorbeugenden Maßnahmen entstanden sind. Eben weil es durch die kalten Temperaturen in geschlossenen Räumen ein größeres Infektionsrisiko in der Lebensmittelindustrie gibt, gelten dort strikte Testpflichten“, sagt Landrat Johann Wimberg. Er nennt aber gleichzeitig die Krankenhausbelegung und die Auslastung der Intensivstation besorgniserregend.
