Löningen - Der Bruder des Ende April getöteten 57-jährigen Landwirts im Löninger Ortsteil Madlage zählt nicht mehr zum Kreis der Verdächtigen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Gegen den Bruder (50) richtet sich aber laut Pressesprecher Matthias Rennecke immer noch ein dringender Tatverdacht bezüglich des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Wegen dieses Vorwurfs sitzt der 50-Jährige derzeit auch in Untersuchungshaft.
Die Ermittlungen der Polizei zu diesem Fall dauern an. Eine 20-köpfige Mordkommission bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hatte sich nach dem Mordfall gebildet – die ist allerdings nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wieder aufgelöst worden.
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Schon kurz nach der Tat führten die Spekulationen ins Drogenmilieu. Der Bruder des Getöteten könnte Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen haben, teilte die Polizei mit. Denn die Beamten hatten in einem Schweinestall eine professionell geführte Marihuana-Plantage entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um eine Plantage „eher größeren Ausmaßes“. Die Aufzucht der Pflanzen fand in mehreren Aufzuchträumen statt. Konkrete Zahlen dazu konnte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Die Plantage wurde offenbar über Jahre von den beiden Brüdern betrieben.
Der Stall bietet reichlich Platz für eine professionell geführte Drogenplantage. Sogar ein mit Diesel betriebenes Notstromaggregat konnte für autarke Stromerzeugung genutzt werden. Die nächsten Nachbarn wohnen weit genug entfernt, um in Ruhe arbeiten zu können. Wohnhaus und Stallanlagen liegen mehrere hundert Meter von der Straße entfernt, umgeben von einem Wäldchen. Eine lange Allee führt abseits der Straße zum Gehöft. Ein Siegel an der Eingangstür gibt Zeugnis der Ermittlungen. Das ist mittlerweile durchtrennt. Ansonsten umlagert Schutt den Stall.
Auf dem Hof war am 29. April die Leiche eines 57-Jährigen gefunden worden. Die Obduktion hatte Hinweise auf einen gewaltsamen Tod ergeben. Die näheren Todesumstände sind nicht bekannt. Auch die Polizei wollte auf Anfrage unserer Redaktion keine weiteren Details nennen. Unbeantwortet blieb die Frage unserer Redaktion an die Staatsanwaltschaft, ob in Richtung der Drogengeschäfte ermittelt werde.
Ebenso wollte die Staatsanwaltschaft keine Angaben dazu machen, wie der Mann zu Tode gekommen ist.
