Löningen - Schon das Titelblatt ist ein Hingucker: Eine 100 Jahre alte Werbepostkarte der Löninger Firma Graepel dokumentiert eines der frühen Patente für ein landwirtschaftliches Gerät, das „Patent Gräpelsieb“ für das Dreschen von Getreide.
Ein Stück Heimat
Viele Schulkinder, die die Gelbrinkschule vor 1980 besucht haben, kennen die Gebäude noch, die das Januar-Bild zeigt. Ein Stück Heimat und vielleicht für so manchen auch eine Erinnerung an Kindertage. Dass Neubauten in der Innenstadt auch Verlust alter Bausubstanz bringen, illustriert das Februar-Foto aus der Fußgängerzone. Aus deren Frühzeit ist im März etwas zu entdecken. Der April versetzt in die 1950er Jahre, als der Löninger Bahnhof noch Personenbahnhof war, ebenso aber Güterbahnhof, und der Lieferverkehr noch mit Pferdefuhrwerken funktionierte. Die öffentliche Fahrzeugwaage vor der Hase-Apotheke, die erst 2019 abgerissen wurde, ist das Mai-Thema. Der Heimatverein hätte sie gerne erhalten, der Stadtrat entschied anders, auch weil die Sicherung zu aufwändig erschien. Petticoat und flotte Roller gibt’s zwar nicht im Juni-Bild, aber die Löninger Tankstelle an der Bremer Straße ist ein ebenso kultiges Relikt aus den „Roaring Fifties“.
Zum Sommer geht’s auf die Dörfer: Der Juli lockt zum Ausflug in die Gartenwirtschaft: Im Gasthaus Sandker in Böen – heute Lüdeke-Darlinghaus – nahm man gerne unter zierlichen Sonnenschirmen Platz. Etwas weiter zurück in der Geschichte reicht der August-Blick auf das alte Heuerhaus in Röpke mit Fachwerk und blühenden Sträuchern, das die Zeiten nicht überlebt hat.
Gasanstalt
Dass es im Ort eine Gasanstalt gab, zeigt das September-Kalenderblatt mit einem Bild der Löninger Technikgeschichte. Ganz modern als Flachdach-Gebäude gab sich in den 1960ern das Elektro-Geschäft Müller in der Lodberger Straße: Das Oktober-Bild zeigt, wie es etwas fremd neben dem alten Haus Münzebrock stand, das später der neuen Bäckerei wich. Viehhandel war in Löningen lange ein lukrativer Wirtschaftszweig, brachte einst dem Viehhändler Schmitz genug ein, um sich eine herrschaftliche Villa an der Lagestraße zu errichten. Später zog die Druckerei Rosemeyer ein, 2013 wich das Haus neuen Gebäuden. Das November-Bild erinnert daran. Und im Dezember wünscht der Heimatverein mit einer historischen Grußpostkarte von 1910 allen Frohe Weihnachten. Sie stammt wie vier andere Motive aus dem umfangreichen „Archiv Löninger Postkarten“ von Evelies Ponsch.
Zum Fest ist der Kalender eine schöne Geschenkidee. Den Kalender gibt es, solange der Vorrat reicht, für neun Euro beim Vorstand des Heimatvereins, im Kaufhaus Cordes, in der Tourist-Info in der Langenstraße und im Lottoladen.
