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NWZonline.de Region Cloppenburg

Johanniter-Hospizdienst In Löningen: Sie packt Licht in kleine Tüten

10.06.2020

Löningen Auf dem großen Tisch vor Monika Flühe liegen viele Sachen ausgebreitet: kleine Pudelmützchen, Mund-Nase-Masken, mit Sinnsprüchen versehene Schmetterlinge aus Papier, einzeln verpackte Teebeutel, kleine Bilderbücher und Gedichtbände, Süßigkeiten, Grußkarten und vieles mehr. Sie sollen positive Gedanken schenken und ein gutes Gefühl verschaffen. Und das ist auch wichtig, denn die Empfänger der Tüten, in deren Hände Monika Flühe diese Dinge legt, befinden sich auf dem letzten Abschnitt ihres Lebens. Die 64-Jährige ist ehrenamtliche Hospizhelferin im ambulanten Hospizdienst der Johanniter in Löningen.

Sie hatte die Idee, den Sterbenden und ihren Angehörigen während der Corona-Zeit mit diesen Präsenttüten etwas Freude zu schenken. Der ambulante Hospizdienst der Johanniter ist ehrenamtlich und zum Teil durch Spenden finanziert. Begleitungen sind für die Betroffenen und ihre Angehörigen kostenlos und unbürokratisch möglich, die Tüten gibt’s natürlich auch.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen zur Eindämmung haben Menschen, die sich bereits auf dem letzten Weg ihres Lebens befinden, und deren Angehörige hart getroffen – weit über die ohnehin schwierige Situation hinaus, mit der sie ohnehin schon leben müssen. „Wir dürfen unsere Begleiteten aufgrund von Kontaktsperren zurzeit nicht besuchen“, sagt Monika Flühe. Stattdessen versuchen sie und die anderen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter, den Kontakt über das Telefon aufrecht zu erhalten. Zudem laden sie Angehörige und Betroffene zu Spaziergängen ein. Dabei kann der vorgeschriebene Abstand eingehalten werden.

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„Hospizarbeit setzt sehr früh ein und geht weit über den Tod hinaus“, erklärt Hospizbegleiterin Karin Pascher. Falls notwendig, starten die Ehrenamtlichen mit der Begleitung direkt nach dem Erhalt der lebensverkürzenden Diagnose. Bis zum Ende kann noch viel Zeit vergehen, teils mehrere Jahre. Auch nach dem Tod stehen die Ehrenamtlichen bisweilen den trauernden Angehörigen zur Seite.

Eine besondere Schulung für die Begleitung übers Telefon hat es für die Hospizhelferinnen nicht gegeben. „Das war auch nicht notwendig“, sagt Monika Flühe, die sich über weitere Ehrenamtliche, die sich als Hospizbegleiter engagieren möchten, freuen würde. „Wir telefonieren sowieso häufig mit den Menschen, die wir begleiten, und den Angehörigen.“

Dass sie die ihnen anvertrauten Menschen nicht mehr besuchen dürfen, hat sie trotzdem getroffen. „Das ist sehr hart“, gibt sie zu. So entstand die Idee mit den Tüten. „Wir wollen damit Menschen, die in unserer hospizlichen oder Trauerbegleitung betreut und derzeit nur durch telefonischen Kontakt begleitet werden, eine kleine Freude, Hoffnung und Mut machen“, sagt Petra Janssen, Koordinatorin des Hospizdienstes.

Mehr als 30 Tüten sind gepackt und werden nach und nach zu den Menschen gebracht. Dabei dürfen die Boten gerne kreativ sein und die Übergabe mit einem Lied oder einem Gedicht verbinden. „Aber eben alles auf Abstand“, betont Janssen.

Der Inhalt der Tüten ist jeweils auf die Empfänger abgestimmt. Jede Tüte enthält auch ein kleines Pudelmützchen. „Wir wollen damit den Begleiteten sagen: Seien Sie gut behütet!“, erklärt Monika Flühe. Die Mützchen hat Rita Gronewold gestrickt, Bewohnerin des Betreuten Wohnens der Johanniter in Vechta.

Rita Gronewold hat auch die Mund-Nase-Masken aus bunten Stoffen genäht, die ebenfalls beigelegt werden. Wie die Hospizbegleiter und -begleiterinnen engagiert auch sie sich ausschließlich ehrenamtlich – um den dunklen letzten Weg mit ein wenig Licht heller zu machen.

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